Weihnachten in Amerika

Du möchtest Familie und Freunde unterm Weihnachtsbaum mit deinem Wissen rund um das Fest der Liebe in Amerika beeindrucken? Im Folgenden erfährst du alles Wissenswerte, aber auch kuriose Fun Facts rund um die „Holiday Season” in den USA.

Die Vorweihnachtszeit in Amerika

Schon Wochen vor Weihnachten fiebern US-Bürger den Feiertagen entgegen: mit aufwendigen Dekorationen, gehaltvollem Essen und natürlich des Amerikaners liebstem Hobby im Advent, dem Weihnachtsshopping. Dabei bleiben sich US-Bürger natürlich ihrem allzeit bewährten Motto treu – BIGGER IS BETTER!

Weihnachtsdekoration

Da man es in den USA für gewöhnlich eine Nummer größer liebt, glitzert es in Amerika nicht nur in belebten Straßen und Einkaufszentren so weit das Auge reicht, auch Wohnhäuser und Vorgärten verwandeln sich mitunter in wahre Weihnachts-Wunderwelten voller blinkender Lichter, Kunstschnee, Weihnachtsmänner und Rentierschlitten. Die größten Weihnachts-Fans unter den Amerikanern nehmen für ihre Leidenschaft sogar Stromrechnungen von mehreren Tausend Dollar in Kauf.

Die Freude am Dekorieren macht aber nicht vor der Türschwelle halt, sondern zaubert auch im Inneren von amerikanischen Häusern festliche Stimmung. Das Herzstück der Deko ist auch in den USA der Weihnachtsbaum. Ebenfalls beliebt bei Familien ist „Elf on the shelf“, eine ca. 20 cm große biegsame Puppe, die etwa Ende November in amerikanischen Wohnzimmern einzieht, um zu beobachten und Santa Claus zu berichten, ob die Kinder artig waren.

Weihnachtsstimmung

Die wohl berühmteste Weihnachtsdekoration Amerikas bringt jedes Jahr rund 125 Millionen Menschen im Rockefeller Center in New York City zum Staunen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1931 zurück, als Bauarbeiter zum ersten Mal einen kleinen, geschmückten Baum auf der Baustelle aufgestellten.

Heute misst der Rockefeller Center Christmas Tree in der Regel stattliche 20 bis 30 Meter und wird von mehr als 25.000 funkelnden Lichter geziert. Rundherum bringen dich zudem atemberaubende XXL-Weihnachtsdekorationen und eine Eislaufbahn in die richtige Stimmung, um Geschenke für deine Liebsten zu besorgen.

Weihnachtsfilme

Wenn es draußen kalt ist und drinnen die Lichter des Weihnachtsbaums flackern, machen es sich viele Amerikaner gern auf der Couch gemütlich und schauen einen der traditionellen Weihnachtsfilme im Fernsehen. Klassiker wie Charles Dickens „A Christmas Carol” (1938), „It's a Wonderful Life” (1938) oder „Miracle on 34th Street” (1947) gehören in Amerika ebenso zu Weihnachten wie humorvolle Komödien, z. B. „The Grinch” (2000), „Kevin allein zu Haus” (1990), „Elf” (2003) oder National Lampoons „Christmas Vacation” (1989).

Weihnachtshits

Selbstverständlich darf in der Adventszeit auch die weihnachtliche Rundum-Beschallung nicht fehlen. Weihnachtslieder wie „Last Christmas” von Wham!, „All I Want for Christmas Is You" von Mariah Carey oder „Rockin' Around the Christmas Tree” von Brenda Lee begleiten uns im Dezember von der morgendlichen Autofahrt bis zum Weihnachtsshopping überall mit hin. Das meistverkaufte Weihnachtslied aller Zeiten ist übrigens Bing Crosbys „White Christmas”, das sich seit 1947 weltweit über 50 Millionen Mal verkauft hat.

Weihnachtsmärkte

Lichterglanz und Glühweinduft – besonders gut in festliche Stimmung kommen lässt es sich bei einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Die im deutschen Sprachraum entstandene Tradition der Weihnachtsmärkte wird heutzutage auch in den USA immer beliebter.

So kann man inzwischen auch in vielen amerikanischen Städten auf Christmas Markets nach Geschenken stöbern und sich nebenbei mit einem heißen Glühwein aufwärmen. Zu den schönsten Weihnachtsmärkten in den USA zählen:

Weihnachtsstädte

Das ist dir alles noch nicht weihnachtlich genug? Mehr geht immer! Einige amerikanische Orte haben sich in wahre Weihnachtsstädte verwandelt, in denen du dir vorkommen wirst, als wärst du durch ein magisches Portal getreten und im Inneren einer Schneekugel wieder herausgekommen …

  • Leavenworth, Washington: Die verschneite 2.000-Seelen-Gemeinde im Nordosten der USA bezeichnet sich selbst stolz als die weihnachtlichste Stadt Amerikas. Um mehr Touristen anzulocken, beschloss man hier in den 1960er Jahren den Ort nach Vorbild eines „typischen”bayerischen Bergdorfes umzugestalten und reichlich mit Lichtern und Lametta zu schmücken.
  • Mackinac Island, Michigan: Zum Träumen bringen wird dich bestimmt auch Mackinac Island, die Insel der Besinnlichkeit. Wer hier in der Weihnachtszeit von der Fähre steigt, kann feiern wie vor 100 Jahren – mit Pferdekutschfahrt, Besuch von Santa Claus und ganz viel Nostalgie.
  • North Pole, Alaska: In der Stadt North Pole im nördlichsten US-Bundesstaat Alaska kannst du auf Straßen wie dem Criss Cringle Drive, der Mistletoe Lane oder der Santa Claus Lane fahren. Für den alljährlichen Eisskulpturen-Wettbewerb reisen Künstler aus der ganzen Welt an, um ihre vergänglichen Meisterwerke aus Eis entstehen zu lassen.
  • McAdenville, South Carolina: Die Weihnachtsmetropole der Südstaaten – etwa eine halbe Million Lichter erhellen jedes Jahr den üppig dekorierten Vorort von Charlotte.
  • Durango, Colorado: Du wolltest schon immer wissen, wo der Polarexpress abfährt? Im Wintersport-Mekka Durango, wo noch echte Dampflokomotiven aus den 1920er Jahren durch die verschneite Landschaft fahren!
  • Breckenridge, Colorado: Dass der Centennial State Colorado in puncto Weihnachten viel zu bieten hat, beweist auch der Ort Beckenridge, wenn für tausende kostümierte Sportler der Startschuss zum alljährlichen Weihnachtsmänner-Lauf fällt.
  • Park City, Utah: Eine süße Sünde wert ist jedes Jahr das lebensgroße Lebkuchenhaus, das du während der jährlichen Parade durch die Stadt Park City bestaunen kannst. Anschließend kannst du dich direkt auf die Skipisten des Wintersport-Ortes stürzen.

Das Weihnachtsfest in den USA

Zum Fest der Liebe kommt in den Vereinigten Staaten, wie auch in Deutschland, die Familie zusammen. Gemeinsam schlemmt man beim Weihnachtsdinner, hört festliche Musik und beschenkt sich. Doch was unterscheidet Weihnachten in Amerika und Deutschland? Hier ein kleiner Überblick:

Santa Claus, Rudolph & Co.

Während in Deutschland der Weihnachtsmann für die Geschenke zuständig ist, heißt der Kollege im fernen Amerika Santa Claus. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember kommt er mit seinem Rentierschlitten angeflogen, rutscht durch den Schornstein und füllt das weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer mit Geschenken. Eine schöne Geschichte, aber woher kommen die amerikanischen Weihnachtslegenden eigentlich? Das steckt hinter den Figuren:

  • Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden? Jein, seinen Ursprung hat die Weihnachtsmann-Legende in der Türkei bzw. der Figur des heiligen St. Nikolaus. Diese kam mit holländischen Einwanderern nach Amerika und gewann durch die Geschichten des Autors Washington Irving an Popularität. Die Marke Coca-Cola prägte in den 1930er Jahren das heutige charakteristische Aussehen von Santa Claus: freundlicher Gesichtsausdruck, weißer Bart, rote Kleidung.
  • Rudolph the Red-Nosed Reindeer, das Rentier mit der roten Nase, wurde 1938 von dem Kaufhaus Montgomery Ward als Marketing-Gag erfunden. Ein Werbetexter entwarf ihn für eine für Malbuch-Weihnachtsgeschichte. Diese wollte das Kaufhaus als Werbegag verschenken, um Eltern und Kinder künftig zum Kauf von mehr Malbüchern zu überzeugen.
  • Die anderen acht Rentiere von Santas Schlitten erhielten ihre Namen durch ein Gedicht von Clement Moore: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Duner and Blixem (diese wurden später zu Donner and Blitzen).

Weihnachtskarten

In den Vereinigten Staaten ist es ein schöner Brauch, Grußkarten an Familie und Freunde zu verschicken. Viele Amerikaner machen auch ein alljährliches Christmas Photo von der ganzen Familie und drucken dieses auf eine personalisierte Weihnachtsgrußkarte. Allein zwischen Thanksgiving und Neujahr liefert der US Postal Service fast 15 Milliarden Briefe und Karten aus, dazu kommen noch etwa 910 Millionen Pakete.

Übrigens, Kinder können vor dem Fest ihre Wünsche dem Weihnachtsmann schriftlich mitteilen, wenn sie an die Postleitzahl H0H0H0 schreiben. Die Briefe werden sogar beantwortet, von Angestellten der kanadischen Post.

Weihnachtsessen

Zum traditionellen Christmas Dinner in den USA kommen ähnliche Zutaten wie zum Thanksgiving-Festschmaus auf den Teller. Truthahn, Baked Ham und allerlei Beilagen erfüllen den Gaumen einer amerikanischen Weihnachtsgesellschaft ebenso wie die Plätzchen, Kuchen und Süßspeisen zum Nachtisch. Zum Essen lieben Amerikaner einen Eggnog, eine Art Eierpunsch, der mit Rum, Weinbrand oder Whisky zubereitet wird.

Bescherung

Anders als in Deutschland, wo die Menschen am Heiligabend unterm Weihnachtsbaum feiern und Geschenke auspacken, geht es in den USA erst am 25. Dezember so richtig los. Am 24. Dezember trifft man sich zunächst in der Kirche oder zum gemeinsamen Abendessen in geselliger Runde. Erst am nächsten Morgen, am traditionellen Christmas Day, geht es gemeinsam zum Geschenke auspacken.

Eine weitere amerikanische Tradition ist es, dass Kinder Socken am Kamin aufhängen, die sie dann am Christmas Day prall gefüllt mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken vorfinden. Als kleine Stärkung für seine Mühen in der Weihnachtsnacht werden für Santa Claus im Gegenzug Milch und Kekse werden in Kaminnähe platziert.

Du kannst von Geschenken nicht genug bekommen? Dann hier noch ein paar interessante Fakten dazu:

  • Weihnachtsgeschenke symbolisieren die Geschenke, die Jesus von den drei Weisen aus dem Morgenland erhielt.
  • Das größte Weihnachtsgeschenk aller Zeiten wiegt 225 Tonnen und steht heute im Hafen von New York. Die Freiheitsstatue wurde an Weihnachten 1886 von den Franzosen an die Amerikaner verschenkt.
  • Das am meisten verkaufte Spielzeug der 1980er Jahre war der Zauberwürfel.
  • Daten der National Retail Federation zufolge gaben amerikanische Verbraucher 2017 durchschnittlich 967,13 Dollar für Weihnachtsgeschenke aus.

Du bist noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen USA-Fan? Lass dich inspirieren von unserem Artikel zu den schönsten USA-Geschenken!

Weihnachten in den USA: Fun Facts & Rekorde

Du kannst von Weihnachten einfach nicht genug kriegen? Dann hier noch ein paar interessante Fakten zum Fest der Liebe:

  • Das erste Weihnachtsfest überhaupt wurde am 25. Dezember 336 n. Chr. in Rom gefeiert. Obwohl Christen aus aller Welt an Weihnachten die Geburt von Jesus Christus feiern, wird der 25. Dezember als Geburtsdatum in der Bibel nicht erwähnt. Historiker gehen davon aus, dass das Weihnachten mit dem heidnischen Fest der Saturnalien zusammengelegt wurde, das den Landwirtschaftsgott Saturn mit Feiern und Schenken ehrte.
  • Der erste Weihnachtsbaum im Weißen Haus wurde unter Präsident Franklin Pierce geschmückt.
  • Erst im Jahr 1870 wurde Weihnachten in den Vereinigten Staatenzum nationalen Feiertag erklärt.
  • Die Schreibweise „X-mas” für Christmas geht auf eine griechische Abkürzung zurück. Das X oder Kreuz ist ein Symbol für das Wort Christus.
  • Das Küssen unter dem Mistelzweig wird mit Frigga, der nordischen Göttin der Liebe in Verbindung gebracht, deren heilige Pflanze die Mistel war.
  • Auf Hawaii heißt der Weihnachtsmann Kanakaloka.
  • Nach den Guinness World Records war der höchste jemals geschnittene Weihnachtsbaum eine über 67m hohe Douglas-Tanne, die 1950 im Northgate Shopping Center in Seattle, Washington, aufgestellt wurde.
  • Alle Weihnachtsmuffel in Amerika können sich mit ihm identifizieren: dem giftgrünen, stets schlecht gelaunten Grinch. Die Handlung basiert auf Theodor Seuss Geisels Roman „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" aus dem Jahr 1957. In aller Welt bekannt geworden ist die schrullige Figur durch die Fantasy-Komödie aus dem Jahr 2000 mit Jim Carrey.

Wir wünschen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!

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Quellen:

officeholidays.com, history.com, wikipedia.org