Als Rentner in die USA

Träumst du davon, deinen Ruhestand unter der Sonne Floridas zu verbringen? Unser Ratgeber versorgt dich mit allen Fakten rund um das Leben als Rentner in den USA – von der Aufenthaltsgenehmigung über die Krankenversicherung bis hin zur Steuerpflicht.

Warum als Renter in die USA?

Den nasskalten Wintern in der Heimat entfliehen und ganzjährig warme Temperaturen und Sonne genießen – das ist die Motivation vieler USA-Auswanderer im Rentenalter. Gerade diese Gruppe von Menschen muss sich oft weniger Sorgen darum machen, wie sie ihr Leben in den USA finanzieren können, denn sie profitieren davon, dass die Rente aus Deutschland auch ins Ausland überwiesen wird.

Wohin zieht es Rentner in den USA?

Der US-Bundesstaat Florida erfreut sich bei Ruheständlern besonderer Beliebtheit. Es gibt jedoch unter Rentnern noch weitere Sehnsuchtsorte in den USA.

Rente in Florida

Florida hat den Ruf, ein Rentnerparadies zu sein. Kein Wunder, denn der Sunshine State besticht mit ganzjährig warmen Temperaturen, 360 Sonnentagen pro Jahr und einer 2.173 km langen Küstenlinie. Zudem gibt es dort regelrechte Senioren-Städte, deren Infrastruktur perfekt auf die Bedürfnisse von Ruheständlern zugeschnitten ist.

Da auch vor allem Amerikaner diese Vorzüge schätzen, lassen sich viele von ihnen als Rentner im Sunshine State nieder. Auch zehntausende nicht-amerikanische Senioren leben in Florida. Unter allen US-Bundesstaaten weist der Sonnenstaat daher den höchsten Altersdurchschnitt in den USA auf (41 Jahre).

Beliebte Wohnorte für Rentner in Florida sind:

  • Cape Coral / Fort Myers
  • Naples
  • Palm Beach

Übrigens
Der Ort Cape Coral ist vor allem für seine günstigen Immobilienpreise bekannt.

Weitere beliebte Bundesstaaten

Ein warmes Klima ist für viele Senioren das wichtigste Kriterium, wenn es um die Auswahl ihres Wohnsitzes geht. Der gesamte Süden der USA, auch „Sun Belt“ genannt, ist daher interessant als Wohnort für den Ruhestand. Neben dem Bundesstaat Florida sind auch Arizona, Kalifornien, Nevada, North Carolina, South Carolina und Texas beliebt.

Senioren zieht es dabei vor allem in folgende Städte:

  • Asheville (North Carolina)
  • Austin (Texas)
  • Beaufort (South Carolina)
  • Charleston (South Carolina)
  • Myrtle Beach (South Carolina)
  • Pacific Palisades (Kalifornien)
  • Prescott (Arizona)
  • San Diego (Kalifornien)
  • Santa Monica (Kalifornien)

Wer von den Stränden der Westküste träumt, sollte sich allerdings vorher ein dickes Finanzpolster zulegen, denn die Grundstücke und Immobilien in Kalifornien sind vergleichsweise teuer. Gleiches gilt für einen weiteren Sehnsuchtsort: Im Inselparadies Hawaii musst du mit sehr hohen Lebenshaltungskosten rechnen. Auf den Inseln sind sowohl Wohnraum als auch Lebensmittel im Durchschnitt 30 % teurer als im Rest der USA.

Aufenthaltsgenehmigung für die USA

Für die Einreise in die USA benötigst du eine Aufenthaltsgenehmigung. Je nachdem, wie lange du in Amerika bleiben möchtest, stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung.

US-Visum für Rentner

Für Rentner existiert bei den US-Behörden keine spezielle Visum-Kategorie. Senioren müssen deshalb ein Besuchervisum (B-1 oder B-2) beantragen. Dieses berechtigt dich dazu, über eine Dauer von zehn Jahren, in die USA einzureisen. Jedoch dürfen sich Inhaber des B-Visums immer nur sechs Monate am Stück in den Vereinigten Staaten aufhalten. Zwar kann ggf. einmal eine Verlängerung des B-Visums beantragt werden, jedoch solltest du die USA spätestens nach Ablauf dieser Verlängerung für längere Zeit, möglichst einige Monate, verlassen.

Viele Rentner machen hier den Fehler, das B-Visum als eine Genehmigung für einen dauerhaften Aufenthalt in den USA zu sehen. Wer jedoch bereits wenige Tage nach der Ausreise wieder in die USA zurückkehrt, läuft Gefahr, dass die Grenzbeamten die Einreise verweigern. Diese gehen dann von einem Missbrauch des Besuchervisums aus. Im schlimmsten Fall kann sogar ein lebenslanges Einreiseverbot für die USA erteilt werden.

Das B-Visum ist also die richtige Wahl für dich, wenn du im sonnigen Süden der USA „überwintern” und einen Sommerwohnsitz in deinem Heimatland behalten möchtest. Wenn du dauerhaft in Amerika bleiben möchtest, benötigst du eine Green Card.

Tipp
Wenn du vorhast, lediglich für 90 Tage in den Vereinigten Staaten zu bleiben, kannst du – sofern dein Heimatland am Visa Waiver Program teilnimmt – die visumfreie Einreise mit ESTA beantragen. Die Antragstellung ist im Vergleich zum US-Visum relativ unkompliziert und deutlich günstiger.

Green Card für Rentner

Wie für jeden anderen Auswanderer, der seine Zelte in den USA aufschlagen möchte, gilt auch für Ruheständler: Die Green Card ist die beste Wahl für einen dauerhaften Aufenthalt in den USA.

Der Weg zu einer Green Card führt entweder über einen Arbeitsplatz, eine Investition in ein amerikanisches Unternehmen oder zum Zwecke einer Familienzusammenführung in ein neues Leben in den USA. Immobilienbesitz in den Staaten ermöglicht leider keinen Zugang zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung. Es ist daher gerade für Rentner sehr schwierig bis unmöglich die begehrte Permanent Resident Card zu erhalten.

Wer also mit dem Gedanken spielt, seinen Ruhestand gemütlich im Liegestuhl an den Stränden Floridas zu verbringen, der sollte sich bereits vor dem Rentenalter um eine Arbeitsstelle und die damit verbundene Green Card für die USA bemühen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme an der Green Card Lottery, bei der die US-Regierung jährlich 55.000 Permanent Resident Cards verschenkt. Diese bietet den unschlagbaren Vorteil, dass es sich um ein reines Losverfahren handelt und die Gewinnchancen für jeden Teilnehmer gleich hoch sind. Melde dich am besten gleich an – mit nur wenigen Klicks bist du dabei!

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Krankenversicherung

Gerade im Rentenalter spielt das Thema Krankenversicherung eine wichtige Rolle – besonders in den USA. Im Vergleich zu den europäischen Industrienationen sind im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Kosten für Medikamente, medizinische Behandlungen, Krankenhausaufenthalte, etc. sehr hoch. So können für einen Tag im Krankenhaus Kosten von 2.000 $ bis 4.000 $ anfallen.

Du solltest dich deshalb rechtzeitig vor deiner Abreise in die USA darüber informieren, wie du deinen Versicherungsschutz in den Vereinigten Staaten sicherstellen kannst.

Europäer verlieren automatisch den Schutz durch die gesetzliche Krankenversicherung, wenn sie sich außerhalb der EU aufhalten. Die USA wiederum übernehmen keine Kosten für Personen, die keine amerikanische Staatsbürgerschaft oder Green Card haben. Es ist deshalb sehr empfehlenswert, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, bevor du in Richtung USA aufbrichst.

In den USA gibt es natürlich eine Vielzahl von Anbietern privater Krankenversicherungen, die in ihrem Leistungsspektrum jedoch erhebliche Unterschiede aufweisen. Wenn du eine solche Versicherung abschließen möchtest, solltest du vorab alle Services und Preise genauestens vergleichen, um sicherzustellen, dass alle für dich wichtigen Leistungen abgedeckt sind.

Eine weitere Möglichkeit ist der Abschluss einer langfristigen Auslandskrankenversicherung für Senioren vom Heimatland aus. Hierbei ist die Angebotsvielfalt weniger komplex und die Tarife durch eine größere Transparenz gekennzeichnet. Dennoch solltest du auch hier alle Leistungen und Preise im Vorfeld genau prüfen. Der Nachteil: Auslandsreiseversicherungen werden in der Regel für eine bestimmte Zeit abgeschlossen (meist ein Jahr, maximal fünf Jahre) und müssen danach erneuert werden.

Zusätzliche Pflegeversicherung
Wer im hohen Alter auch in den Vereinigten Staaten nicht auf eine gute Pflege verzichten möchte, der sollte vor dem Auswandern unbedingt eine private Zusatzversicherung für die Pflege abschließen. Nur so können im Fall der Fälle viele Leistungen in Anspruch genommen werden, die man sonst aus eigener Tasche zahlen müsste.

Steuern

Rentner sind in den USA steuerpflichtig. Das trifft ebenso auf Nicht-Amerikaner zu. Es kommt hierbei jedoch auf die Länge des USA-Aufenthaltes an, denn jeder muss dort Steuern zahlen, wo sein ständiger Wohnsitz ist.

Die 183-Tage-Regelung

Hältst du dich nur für einige Monate in den USA auf, z. B. zum Überwintern in Florida, bist aber den Großteil des Jahres (183 Tage oder mehr) in deinem Heimatland, bist du weiterhin dort ansässig und in deinem Heimatland unbeschränkt steuerpflichtig.

Verbringst du jedoch mehr als 183 im Jahr in den USA und beziehst weiter Rentenzahlungen aus einem anderen Land, zählst du als beschränkt einkommensteuerpflichtig. Welches der beiden Länder das Besteuerungsrecht hat oder ob es evtl. auch bei beiden liegt, hängt von den Regelungen im jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen der beiden Länder ab.

Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland / USA

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA wurde im Jahr 1989 geschlossen und letztmalig 2006 geändert. Artikel 18 regelt die Besteuerung von Renten und besagt, dass das Besteuerungsrecht beim Wohnsitzstaat liegt.

Wer sich also in einem Jahr 183 Tage oder länger in den USA aufgehalten hat, muss muss seine Rente nach den Regeln des Bundesstaates, in dem er lebt, in den USA versteuern. In Deutschland muss dann in der Regel keine weitere Steuererklärung eingereicht werden (Ausnahmen gelten für ehemalige Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes).

Rentenzahlung

Die Zahlung der monatlichen Rente kann entweder auf ein amerikanisches oder ein deutsches Konto erfolgen. Aber Achtung: Wenn du dich für die Überweisung auf ein US-Bankkonto entscheidest, musst du mit zusätzlichen Kosten rechnen. So können beispielsweise Überweisungsgebühren oder Gebühren für die Währungsumrechnung anfallen, die vom Kontoinhaber selbst getragen werden müssen.

Diese durch die Auslandsüberweisung in die USA zustande kommenden zusätzlichen Gebühren können bis zu fünf Prozent der Überweisungssumme betragen. Deshalb ist es empfehlenswert, ein deutsche Konto für die Rentenzahlung zu behalten. Mit Hilfe von speziellen Überweisungsservices (z. B. TransferWeise, Paypal, WesternUnion) kannst du das Geld dann zu deutlich niedrigeren Wechselgebühren auf ein US-Konto transferieren.

Sprache

Vor allem in Florida, wo es größere deutschstämmige Communities gibt, findest du viele Läden, Arztpraxen und Freizeiteinrichtungen, in denen deutsch gesprochen und verstanden wird. Es ist jedoch generell empfehlenswert bei einem (teilweisen) Umzug in die USA auch über ausreichend Englischkenntnisse zu verfügen. Im Sun Belt der Vereinigten Staaten ist zudem auch Spanisch von größerer Bedeutung

Mehr Tipps für die USA

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Quellen:

bankrate.com, americandream.de, cnbc.com