Die Geschichte der Einwanderung in die USA

Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika ist geprägt von der Einwanderung vieler verschiedener Kulturen und die Entwicklung der US Gesellschaft wurde dadurch maßgeblich beeinflusst. Doch wie wurde aus den USA dieser Melting Pot? Erfahren Sie mehr! 

Hintergründe der US Einwanderung

Die Einwanderung von Millionen von Bürgern aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen hatte eine sehr große Auswirkung auf die Gesellschaft und Kultur der heutigen USA. 

Seit der Entdeckung und Besiedelung gab es immer wieder größere Gruppen von Einwanderern, die sich in den USA aus religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen niederließen.

 Einwanderung in die USA zur Kolonialzeit

Nach dem im Jahre 1492 Kolumbus Amerika entdeckt hatte, kamen zunehmend europäische Einwanderer in die USA. Zu dieser Zeit gab es gleich drei große Gruppen, die sich in den Kolonialgebieten niederließen:

  1. Eine große Gruppe stellten die Spanier dar. Sie siedelten sich bis Ende des 19. Jahrhunderts vorrangig im Gebiet des heutigen Kaliforniens an. Manche Städtenamen wie z. B. San Francisco oder Los Angeles erinnern daran, dass hier vor Jahrhunderten die ersten Siedler aus Spanien kamen.
  2. Die zweite Gruppe von Einwanderern bestand aus Franzosen. Deren Einzugsgebiet reichte vom heutigen Illinois über Detroit bis hin nach Louisiana. All diese Städte sind französischen Ursprungs und haben eine bestimmte Bedeutung. So bedeutet beispielsweise Detroit übersetzt Meerenge.
  3. Zu guter Letzt besiedelten auch die Engländer die USA. Ihr Gebiet lag vorrangig im heutigen Massachusetts.

Zur Kolonialzeit wanderten zahlreiche Europäer in die USA aus und auch Sklaven wurden in die Neue Welt verschleppt.

 

Bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts kamen dann in immer mehr Teilen der USA weitere Europäer dazu, zu denen auch Holländer und Schotten gehörten.

Einwanderung in die USA 1776-1849

Der Strom an Einwanderern nahm auch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nicht ab. So kamen beispielsweise während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts 500.000 Menschen mit deutscher Herkunft in die USA. Das Scheitern der Revolution im 18. Jahrhundert war für viele der ausschlaggebende Grund, ihre Heimat zu verlassen.

Zwischen 1845 und 1849 schwappte dann die zweite Einwanderungswelle in die USA. Nun kamen Millionen von Iren nach Nordamerika, die vor der Hungersnot in ihrer Heimat flüchteten.  

New York City im Jahre 1890

 

Einwanderung in die USA ab 1924

Sowohl im Jahre 1921 als auch 1924 wurde das Einwandern in die USA einer Quote unterworfen, den so genannten Gesetzen " Emergency Quota Act und Immigration Act". Diese Quote sollte in erster Linie dazu dienen, die Einwanderer aus Süd- und Osteuropa einzudämmen und gleichzeitig die Einwanderer aus Nord- und Westeuropa, also weißer Siedler, zu begünstigen. Um dies zu erreichen, wurde die Zahl der neuen Einwanderer pro Land auf 2 Prozent des Anteils an der Bevölkerung des Jahres 1890 begrenzt.

Im Jahre 1940 mussten sich Personen ohne US Staatsbürgerschaft erstmals offiziell registrieren, wenn sie in die USA reisen wollten. Dabei wurden sie grob in drei Kategorien unterteilt:

  • Besucher
  • Arbeiter
  • Dauerhafte Einwanderer

Die letzte Personengruppe erhielt eine sogenannte Alien Registration Card. Diese wurde 1950 erstmals auf grünem Papier gedruckt, wodurch der Begriff "Green Card" entstand. Jeder legale Einwanderer musste von nun an dieses Dokument nachweisen können.

Seit dem Jahr 1978 hat die USA für ihre Einwanderungspolitik eine weltweit einheitlich geltende Quote. Auch wenn im Laufe der Jahre so die Zahl der Einwanderer aus Europa stark zurückging, nutzten jedoch bis weit in die neunziger Jahre hinein über 10 Millionen Menschen die Möglichkeit in die USA einzuwandern.

Im Jahre 1994 wurde erstmals die so genannten  GreenCard Lotterie durchgeführt, dessen offizieller Name "Diversity Immigrant Visa (DV) Program" lautet. Dabei werden jedes Jahr 55.000 GreenCards per Losverfahren an Teilnehmer auf der ganzen Welt vergeben. Dies ist eine weitere Methode, um die multikulturelle Einwanderung und damit die kulturelle Vielfalt der USA sicherzustellen. Diese Lotterie erfreut sich bei Auswanderwilligen weltweit hoher Beliebtheit, da durch sie fast jeder mit etwas Glück eine unbeschränkte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung erhalten kann. 

Die US Einwanderungsgesetze werden regelmäßig diskutiert und angepasst.

 

Einwanderungssituation in den USA seit 2005

Seit dem Jahr 2005 gilt in den USA ein neues Einwanderungsgesetz. Das Gesetz Real ID Act brachte viele Änderungen, beispielsweise für politisches Asyl, mit sich. Da dieses Gesetz nicht nur Zustimmung, sondern auch in einigen Teilen Ablehnung erfuhr, kam es im Jahre 2006 in vielen US Bundesstaaten zu großen Demonstrationen, bei denen Einwanderer, Bürger, Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen für ein besseres Einwanderungsrecht kämpften.

Bis heute ist das neue Gesetz in Kraft und sorgt nach wie vor für so manchen Aufruhr. So landeten bereits mehrere Gesetzesvorlagen für ein neues Einwanderungsgesetz im Kongress, scheiterten jedoch, wie beispielsweise der "Border Security, Economic Opportunity, and Immigration Reform Act".

Trotz der immer wiederkehrenden Turbulenzen im Einwanderungsgesetz steigt die Zahl der neuen Einwanderer stetig. Das betrifft auch solche, die sich ohne gültige Papiere illegal in den USA aufhalten. Bis heute machen sie etwa 5 Prozent der amerikanischen Bevölkerung aus.

Dies rief auch Präsident Barack Obama auf dem Plan, der die USA von 2009 bis Anfang 2017 regierte. Während seiner Amtszeit wollte er vor allem für die Kinder der illegalen Einwanderer einer besseren Zukunft schaffen und brachte das "Deferred Action for Childhood Arrivals Programm (Daca)" auf den Weg. Dieses sieht vor, dass Kinder und Jugendliche, welche bei ihrer Einreise noch keine 16 Jahre alt waren, eine Aufenthaltserlaubnis und eine Schulbildung erhalten, obwohl sie keine gültigen Papiere haben. Darüber hinaus können sie nach dem Abschluss auch eine Arbeitserlaubnis beantragen.

In den vergangenen zehn Jahren erhielten jedes Jahr ca. 700.000 bis 750.000 Einwanderer die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Auswirkungen von Trump auf die US Einwanderung

Seit Anfang 2017 ist Donald Trump der neue Präsident der USA und hat es sich zum Ziel gesetzt, das Einwanderungsgesetz grundlegend zu reformieren.

So gibt es bereits eine bedeutend schärfere Einwanderungspolitik gegenüber illegalen Einwanderern. Unter anderem wurden unter Trump mehrere Visaberechtigungen für bestimmte Länder komplett außer Kraft gesetzt.

Die GreenCard Lotterie ist dem Präsidenten ebenfalls ein Dorn im Auge. Die Vergabe von Einwanderungsgenehmigungen über eine reine Verlosung möchte Trump am liebsten abschaffen. Seiner Vorstellung nach müssten Einwanderwillige zwingend anhand eines Punktesystems bewertet werden. Nur diejenigen, die eine sehr gute Bildung haben, fließend Englisch sprechen und finanziell auf eigenen Beinen stehen, hätten demnach eine Chance auf eine GreenCard.

Auch die dauerhaft erteilten Aufenthaltsgenehmigungen für Flüchtlinge auf 50.000 pro Jahr begrenzt werden. 

Mit der US GreenCard kann man unbegrenzt in den USA leben und arbeiten - doch wie lange wird es die GreenCard Lotterie noch geben?

 

In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach Vorschläge für Änderungen des Einwanderungsgesetzes, welche allerdings immer wieder gescheitert sind. Trump geht sein Vorhaben allerdings besonders energisch an. Unter ihm scheint es erstmals realistisch, dass sich das Einwanderungsgesetz tatsächlich grundlegend ändern könnte. Im schlimmsten Fall könnte unter ihm die GreenCard Lotterie komplett abgeschafft werden.

Auch wenn die Demokraten in den US Zwischenwahlen im November 2018  die Mehrheit im Repräsentantenhaus erringen konnten und damit eine komplette Abschaffung der Lotterie über den Kongress in naher Zukunft relativ unwahrscheinlich ist, kann man nie genau sagen, was sich Trump einfallen lässt, um seine Ziele durchzusetzen. 

Nutzen Sie daher die womöglich letzte Chance und nehmen Sie jetzt an der GreenCard Lotterie teil!

Jetzt Teilnehmen

 

Fun Fact: 

Wussten Sie schon, dass Donald Trump trotz seiner Abneigung gegenüber Einwanderern selbst aus einer deutschen Einwandererfamilie stammt?

Sowohl sein Großvater als auch seine Großmutter väterlicherseits stammten aus Kallstadt, einem kleinen Ort in der Pfalz. Friedrich Trump wanderte nach dem Abschluss seiner Lehre nach New York City aus und arbeitete dort zu Beginn als Friseur. Später übernahm er ein kleines Restaurant und errichtete ein Boardinghouse. Im Laufe der folgenden Jahre kamen weitere Immobilien dazu. Das Familienunternehmen ging später in den Besitz seines Sohnes Fred und schließlich in die Hände seines Enkels Donald über, der daraus die "The Trump Organization" erschuf.

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