Amis mit deutschen Wurzeln

Jahr für Jahr wandern aus vielen Ländern der Erde Menschen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten aus. Unter ihnen sind auch zahlreiche deutsche Immigranten, die ihr Glück in den Vereinigten Staaten suchen. Für manch amerikanische Familie liegen die deutschen Wurzeln schon einige Generationen zurück, andere wiederum wurden in Deutschland geboren und gingen als Kinder mit ihren Eltern in die USA. Heute ist die Gruppe der sogenannten Deutsch-Amerikaner beachtlich groß. Im 1990 U.S. Census gaben 58 Millionen US-Bürger an, deutscher Abstammung zu sein.

Die Geschichte der Deutsch-Amerikaner

Im 17. Jahrhundert war vor allem der Bundesstaat Pennsylvania ein begehrtes Ziel vieler Auswanderer aus Deutschland. Hier wurde auch im Jahre 1683 mit Germantown die erste deutsche Siedlung Amerikas gegründet. Als Gründungsmitglied wird der Gelehrte Franz Daniel Pastorius genannt, welcher mit 13 anderen Familien von Krefeld aus in die USA auswanderte. Die Zahl der deutschen Einwanderer stieg so rasant, dass im Jahre 1775 bereits ein Drittel der Einwohner Pennsylvanias Deutsche waren. Ihre Religion bestand überwiegend aus protestantischen Richtungen wie Mennoniten, Lutheraner, Reformierte und Amische.

Neben vielen unterschiedlichen Religionen entwickelte sich mit dem Pennsylvania Dutch auch eine eigene Sprache, welche dem Dialekt aus Rheinland Pfalz recht ähnlich ist. Zu jener Zeit gab es mit der Philadelphischen Zeitung auch die erste deutschsprachige Presse in den USA, die mit Benjamin Franklin sogar zeitweise einen sehr bekannten Redakteur hatte. Dieser hatte jedoch auch ein paar kleine Schwierigkeiten mit dem Verleger der Zeitung. Johann Christoph Sauer rief seine Leser dazu auf, ihre kulturelle und religiöse Eigenständigkeit zu bewahren und sich von anderen Konfessionen fernzuhalten. Dies fand Benjamin Franklin wiederum gefährlich für die amerikanische Lebenskultur. Viele Deutsche in Pennsylvania untersagten es auch, dass ihre Kinder englischsprachige Schulen besuchten. Dies führte einige Jahre später dazu, dass Verwaltungen und Kirchen dazu übergingen, die deutsche Sprache in der Öffentlichkeit zu verbieten und auch deutsche Zeitungen zu vermeiden.

Bild von deutsch-amerikanischer Freundschaft

Im 19. Jahrhundert änderte sich die Situation wieder ein wenig. Hier gab es zwischen 1848 und dem ersten Weltkrieg mit über sechs Millionen Deutschen sogar die größte Einwanderungswelle überhaupt. Die Gründe dafür waren recht unterschiedlich. Naturkatastrophen, zu viele Bewohner in deutschen Städten, politische Hintergründe oder auch durch Religionswechsel. Diese Immigranten wiederum wurden nicht so stark kritisiert, sondern eher wegen ihrer vielen beruflichen Talente akzeptiert. Die Einwanderer wiederum fügten sich nach und nach immer mehr in die amerikanische Gesellschaft ein. Jedoch kam es auch zu dieser Zeit immer wieder einmal zu Auseinandersetzungen zwischen den Amerikanern und den Deutsch Amerikanern, was oft religiöse Gründe hatte.

Zu Zeiten des ersten Weltkriegs wurden Deutschamerikaner teilweise verdächtigt, mit den Streitmächten zu kooperieren, was wiederum zum Verbot der deutschen Sprache führte und auch vor deutschen Schulbüchern nicht Halt machte. Um 1933 stieg die Zahl der Einwanderer in die USA aus Deutschland noch einmal sprunghaft an, darunter viele Akademiker. Bis heute ist die USA bei den Deutschen ein beliebtes Einwanderungsland. Allen voran stehen die Wissenschaftler, die sich hier bessere Karriere-, Arbeits- und Forschungsbedingungen erhoffen.

Bild von US Briefmarke mit Albert Einstein

Das kulturelle Erbe der Germanen

Alle Amerikaner, die über deutschsprachige Wurzeln verfügen, gehören seit Bestehen der USA zur größten Bevölkerungsgruppe. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie entscheidend zur amerikanischen Kultur beigetragen haben. So hat man es etwa Baron von Steuben zu verdanken, dass der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg zum Sieg gegen die Briten führte. Aber auch viele Wissenschaftler und Ingenieure aus deutschen Landen haben entscheidend zum Wohlstand der USA beigetragen. Unter ihnen waren etwa Thomas Mann, Albert Einstein oder auch Werner von Braun. Zur Kultur gehören dabei natürlich auch einige typische deutsche Spezialitäten. Hier stehen vor allem Frankfurter, Hamburger, Bratwurst, Strudel oder Brezeln ganz oben. Um der deutschen Kultur auch einen besonderen Ausdruck zu verleihen, gibt es im ganzen Land zudem verschiedene Festivals und Paraden. Besonders bekannt sind die Steubenparade, die unter anderem in Philadelphia stattfindet, das Cincinnati Festival in Ohio und natürlich auch die Oktoberfeste im ganzen Lande.

Hollywood mit deutschen Wurzeln

Und selbst bei den Hollywoodstars machen so manche deutschen Wurzeln nicht Halt. So wurden etwa Sandra Bullock oder Bruce Willis in südlichen Gefilden Deutschlands geboren. Bei Uma Thurman zog es die deutsche Großmutter in die USA und auch Leonardo di Caprio hat deutsche Ahnen - seine Mutter stammt aus dem Ruhrpott. Selbst die Vorfahren von Donald Trump stammen aus der Pfalz! Der Großvater des 45. US Präsidenten wanderte Ende des 19. Jahrhunderts - übrigens ohne gültige Erlaubnis - in die USA aus.

Städte mit deutschen Namen

Lustigerweise gibt es in einigen Bundesstaaten sogar kleinere und größere Städte, deren Namen an deutsche Städte erinnern - nur sind diese in Deutschland selbst um ein Vielfaches größer. Im Staat New York z. B. gibt es ein Hamburg. Darüber hinaus hat auch North Dakota einige Städte mit deutschen Namen zu bieten: hier gibt es Munich (München), Bismarck (nach dem deutschen Reichskanzler), Karlsruhe und New Leipzig. In Wisconsin wiederum gibt es mit New Holstein, Kiel und New Berlin gleich eine Mischung aus zwei norddeutschen Großstädten und einer Millionenstadt. Und Minnesota vereint gleich einige Städte, die in Deutschland mit Flensburg einmal im Norden und mit New Trier und New Ulm einmal im Süden liegen. Zu guter Letzt hat sich der Bundesstaat Arkansas mit Stuttgart und Augsburg den südlichsten Gefilden Deutschland verschrieben.

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