Die Gefängnisinsel Alcatraz

Neben der Golden Gate Bridge gehört auch die Gefängnisinsel Alcatraz vor den Toren San Franciscos, Kalifornien, zu den legendärsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Alcatraz liegt in der Bucht von San Francisco, ist 8,5 Hektar groß, etwa 500 Meter lang und bis zu 41 Meter hoch. 

Da die Betriebskosten immer höher wurden, wurde das Alcatraz Gefängnis im Jahr 1963 aufgegeben. Nach der Schließung des Hochsicherheitsgefängnisses war die Insel auch Schauplatz so mancher Hollywood-Blockbuster. 

Die Geschichte von Alcatraz

Der aus Spanien stammende Forscher Juan Manuel de Avala segelte um 1775 in die Bucht von San Francisco und gab den Inseln, die er dort fand, spanische Namen. Ursprünglich bezeichnete er die Yerba Buena Inslel als Isla de Alcatraces, da hier extrem viele Vögel vorkamen. Das heutige Alcatraz erhielt seinen Namen erst 1826 durch den Briten Frederick William Beechey, der es Alcatrazes Island nannte. Ihren heutigen Namen erhielt die Insel durch die amerikanische Küstenwache, nachdem Kalifornien 1850 US-Bundesstaat wurde.

Der Gouverneur John Fremont kaufte im Jahre 1846 das mexikanische Alcatraz von Francis Temple für 5.000 Dollar ab. Nach Beendigung des mexikanisch amerikanischen Krieges und einigem Wirrwarr um die Eigentumsrechte an der Insel fiel diese an die USA und blieb bis zum heutigen Tage im Besitz der Bundesregierung. Infolge des Andrangs an Schiffen wurde 1852 ein Leuchtturm auf Alcatraz gebaut. Dieser war zugleich auch der erste Leuchtturm an der gesamten amerikanischen Pazifikküste. Seinen Betrieb nahm er jedoch erst am 1. Juni 1854 auf. Er wurde im Jahre 1909 nach einem starken Erdbeben wieder neu aufgebaut.

Von 1853 bis 1859 wurde dann das Fort Alcatraz errichtet, welches für Kriegsgefangene ab 1861 als Gefängnis diente. 1903 wurde es aufgrund seines maroden Zustandes geschlossen. Nach dem Erdbeben von San Francisco wurde es von 1906 bis 1911 wieder neu aufgebaut. Das Fort wurde am 12. Oktober 1933 zu einer Strafvollzugsanstalt umgebaut, welche am 1. Januar 1934 dann zum Bundesgefängnis umfunktioniert wurde. Im gleichen Jahr kamen auch die ersten Gefangenen nach Alcatraz.

Prominente Insassen von Alcatraz

Im Laufe der 29 Nutzungsjahre saßen hier auch so prominente Gefangene wie Al Capone, Robert Franklin Stroud, "Machine Gun" Kelly Alvin Creepy Kerpis oder Erich Gimpel ein. Insgesamt 1.576 Gefangene waren auf Alcatraz inhaftiert, davon aber nie mehr als 302 gleichzeitig. Eine Zelle war 1,52 × 2,74 Meter groß und hatte Waschbecken, Toilette und Bett. Darüber hinaus hatte das Gefängnis als einziges im ganzen Land Warmwasserduschen. Damit sollte die Gewöhnung an kaltes Wasser für etwaige Fluchtversuche verhindert werden. Die Gefängniswachen lebten auch auf der Insel.

Das heutige Alcatraz

Seit Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts ist Alcatraz kein Gefängnis mehr. Heute zieht die Insel, welche auch durch den Filmklassiker „The Rock“ bekannt wurde, als Museumsinsel Jahr für Jahr viele Besucher an. Neben der Insel selbst können auch der Zellenblock, der Speisesaal und das Gefängniskrankenhaus besichtigt werden. In jedem Raum stehen Tonaufnahmen in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung, sodass die Geschichte der legendären Insel ein bisschen lebendig wird.

Wer die Gefängnisinsel bei einem Besuch von San Francisco hautnah erleben möchte, der sollte am Hafen der Stadt den Pier 33 aufsuchen, denn dort liegen die Ausflugsschiffe der Alcatraz Cruises. Die Überfahrt zur Insel dauert etwa 10 Minuten. Da die Sehenswürdigkeit zu den beliebtesten Ausflugszielen für Besucher gehört, ist es ratsam, sich die Plätze an Bord bereits am Vortag zu sichern. Die Tickets für Alcatraz Cruises kann man übrigens auch bequem per Internet buchen.

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