US-Nationalparks: Wild und ungezähmt

Einmalige Erlebnisse in der unberührten Natur 

Die ersten Nationalparks wurden im 19. Jahrhundert für die US-Amerikaner als Erholungsstätten geschaffen. Heute verwaltet der „National Park Service“ insgesamt 54 Nationalparks. Anfangs ein Geheimtipp für Naturbegeisterte, haben sich die Parks mittlerweile zum Urlaubsziel für Millionen entwickelt. Allein den Grand Canyon besuchten im vergangenen Jahr über 4,5 Millionen Menschen.

Grand CanyonObwohl der Massenansturm auch zu Problemen führt – überfüllte Parkplätze, verstopfte Straßen, niedergetrampelte Pflanzen – sind die Parks nach wie vor Juwelen des Naturschutzes. Sie präsentieren sich wild und ungezähmt: von den roten Kratern im Grand Canyon über die Sumpflandschaft in den Everglades bis zu den verschneiten Gipfeln der Rocky Mountains.

Wir möchten Ihnen folgend die fünf der schönsten und populärsten US-Nationalparks vorstellen: Yellowstone Nationalpark, Grand Canyon, Everglades, Rocky Mountains und Death Valley.

 

Yellowstone Nationalpark - Geysire und Fontänen

Der 8900 qkm große Yellowstone Nationalpark in Wyoming wurde 1872 als erster Nationalpark der Welt gegründet. Herden von Bisons, Wapiti- Hirschen und Gabelantilopen streifen durch seine weiten Prärien. Nadelwälder wechseln sich mit stillen Berg– und Seenlandschaften ab. Tosend zieht der Yellowstone River durch eine tiefe Schlucht, stürzt sich donnernd am Artist Point 94 Meter in die Tiefe. Die größten Attraktionen des Yellowstone Parks sind jedoch seine über 10.000 Thermalquellen und 200 aktiven Geysire. Überall riecht es eigenartig nach Schwefel und Terpentin.

Yellowstone Nationalpark

Yellowstone Nationalpark

Besucher sollten die Pfade zur eigenen Sicherheit nie verlassen. Sie könnten im Sumpf versinken, sich an den dampfenden Quellen verbrühen oder von Tieren angefallen werden. Zu den bis zu 1000 Kilo schweren Bisons sollte man mindestens 25 Meter Abstand halten. Und auch mit Bärenmüttern und Elchkühen und deren Nachwuchs ist nicht zu spaßen – ein Angriff kann tödlich enden. 

Seit 1995 gibt es im Yellowstone Park trotzt Widerstand der Farmer auch wieder Wölfe. Sie sollen das natürliche Gleichgewicht der Tiere im Park wiederherstellen. 

Informationen:
Amfac Yellowstone National Park,
WY 82190, Tel. (001-307) 344-7381 

Öffnungszeiten:
Mitte April bis Anfang November ist der Park für den normalen Autoverkehr geöffnet, in den Wintermonaten nur für Schneemobile. 

Eintritt:
20 Dollar pro Fahrzeug (gültig für sieben Tage) 

Unterkunft:
Reservierungen in Hotels und auf Campingplätzen bei Amfac (Adresse s.o.) 

 

Grand Canyon - Abgründige Felsenwelt

Der wohl berühmteste Nationalpark (4800 qkm), der Grand Canyon National Park, liegt im Bundesstaat Arizona zu beiden Seiten des Colorado River. Über eine Länge von 443 Kilometer gräbt sich der Fluß seinen Weg – bis zu 1800 Meter tief und 20 Kilometer breit. Der monumentale Canyon mit seinen gigantischen Seitentälern, Felsnasen, Plateaus und Klippen zeigt seine Einzigartigkeit vor allem bei Sonnenuntergang. Dann changieren seine Farben von Goldgelb an den Kanten über tiefes Rot an den Hängen bis zu Pechschwarz im Tal. 

Zum Colorado River hinunter sind es 1400 Höhenmeter. Die pralle, ungnädige Sonne brennt stetig. Unter Steinen und in Felsspalten lauern Klapperschlangen. Der Weg in die Schlucht, der South Kaibab Trail, wurde in den 20er Jahren mit Dynamit und Spitzhacke angelegt und führt direkt am Steilhang entlang. Nach jeder Wegbiegung werden die Strapazen des Abstiegs jedoch durch einen neuen Panoramablick wettgemacht. 

Zum Glück muss man sich nicht schon am selben Tag für den Aufstieg rüsten. Wanderer steuern die „Phantom Ranch“ an, die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Canyon. 

Grand Canyon Nationalpark

Grand Canyon Nationalpark

Im Tal werden Floßtouren und Mauleselritte an den Ufern des Colorado angeboten. Angler versuchen sich an den Forellen, die sich zu Hauf in dem klaren Wasser tummeln. Der Weg nach oben geht über den Bright Angel Trail. 13 Kilometer führt er im Zickzack talaufwärts, jedoch nicht so steil wie der South Kaibab und an vielen Stellen von schattenspendenden Bäumen gesäumt. Wer sich oben angelangt immer noch nicht sattgesehen hat, kann zwischen dem South Rim, einem Wanderweg an der Südkante der Schlucht, und dem East Rim Drive, einer 40 km langen Asphaltstraße mit vielen Aussichtspunkten, an der östlichen Canyonkante wählen. 

Informationen:
Grand Canyon National Park, P.O. Box 129
Grand Canyon Village, AZ 86023
Tel. (001-602) 638-7888

Öffnungszeiten:
Der South Rim ist das ganze Jahr zugänglich, der North Rim nur von Mitte Mai bis Mitte Oktober. 

Eintritt:
20 Dollar pro Auto

Unterkunft:
Hotels reservieren unter:
Tel. (001-303) 297-2757, Fax: 297-3175
Camping-Platz reservieren unter:
Tel. (1-800) 365-2267 innerhalb der USA, außerhalb: Tel. (001-301) 722-1257 

 

Everglades - Alligatoren lassen grüßen

Diese Sumpflandschaft an der Südspitze der Halbinsel Florida mit Mangroven und Alligatoren umfasst 5670 qkm. Eine Tour durch die subtropischen Everglades könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn der Mensch entzieht dem Feuchtgebiet für den Ackerbau das Wasser und damit den Krokodilen und vielen anderen Arten den Lebensraum. Um die Sümpfe zu retten, hat die US-Regierung vor Jahren beschlossen, fast 57.000 Hektar Land, auf denen bisher Zuckerrohr angebaut wurde, aufzukaufen und in den natürlichen Zustand zurück zuverwandeln. 

Everglades Nationalpark

Everglades Nationalpark

Obwohl die Sümpfe immer weiter austrocknen, haben sich etwa 700 Pflanzen- und 300 Vogelarten halten können. Im Taylor Sloug, einem Wasserlauf am Anhinga Trail, lauern nach wie vor die Alligatoren auf Futter. Der schmale Holzweg führt mitten durch das Sumpfgebiet und wurde nach dem Schlangenhalskormoran (Anhinga) benannt. Morgens sieht man den Vogel manchmal auf einem Ast sitzen und sein Gefieder trocknen. Vom Amerikanischen Krokodil gibt es im äußersten Süden Floridas nur noch 300 Exemplare. 

Häufiger trifft man auf die leuchtend grünen Wasserschildkröten, Silberreiher, Weißibisse und bunt schillernde Schmetterlinge. Anziehungspunkte für Besucher sind neben dem Anhinga Trail, der Gumbo Linbo Trail und das Royal Palm Visitor Center. Außerdem legte der Parkservice zahlreiche kürzere Wanderwege in Richtung Flamingo an, wie z. B. den Pinelands Trail oder den West Lake Trail. 

Sehenswert ist ebenso der Parkteil Shark Valley am Tamiami Trail. Hier führt eine 24 Kilometer lange Ringstraße in die Everglades hinein. Vom Aussichtsturm kann man die Vogelschau über dem Park genießen. 

Informationen:
Everglades National Park, P.O. Box 279,
Homestead, FL 33030, Tel.305/242-77 00

Öffnungszeiten:
Ganzjährig geöffnet. Beste Reisezeit: November bis April.

Eintritt:
10 Dollar (9,20 Euro) mit Auto
5 Dollar (4,60 Euro) für Fußgänger und Radfahrer
Jahrespaß für 20 Dollar (18,40 Euro)
Golden Eagle Pass,
Jahreskarte für alle US-Nationalparks 50 Dollar (46,52 Euro)

Unterkunft:
Im Park in der Flamingo Lodge, reservieren unter:
1-800-600-3813 oder 941-695-3101
Camping reservieren unter:
1-800-365-2267 in der USA,
außerhalb der USA: 301-722-1257 

 

Rocky Mountains - Das Dach Amerikas

Kein anderer amerikanischer Nationalpark liegt höher als der Rocky Mountain National Park. Und kein anderer bietet eine derartige Fülle grandioser Naturschönheiten. Die gewaltige Bergkette der Rocky Mountains zieht sich von Kanada bis nach Mexiko: von endlos scheinenden Wüstengebieten zum Arktischen Meer, von kilometerweitem Flachland zu Berggipfeln im ewigen Schnee. Gleich fünf Nationalparks teilen sich dieses gewaltige Gebiet mit dem Rocky Mountain National Park: der Denali in Alaska, der Glacier in Montana, der Grand Tetons und der Yellowstone in Wyoming sowie der Guadalupe Mountains am Südausläufer in Texas und

Rocky Mountains Nationalpark USA

Rocky Mountains Nationalpark

Mexiko. 

Mit seinen wuchtigen Drei- und Viertausendern wird der Rocky Mountain National Park (1073 qkm) gerne als die „Spitze des Kontinents“ bezeichnet. 500 Kilometer Wege machen ihn zu einem Paradies für Wanderer. Die Trail Ridge Road, eine der höchsten Passtraßen in Nordamerika, windet sich 88 Kilometer zum Rock Cut (3752 m) hinauf. Oben kann man bei klarem Wetter bis zu 130 Kilometer weit über die Gipfel der Rockys schauen.

Wahrzeichen des Parks sind die Dickhornschafe. Etwa 400 Tiere bevölkern die schroffen Hänge und grünen Hochebenen. In der Brunftzeit hört man das laute Krachen, wenn die Böcke beim Kampf ihre großen, gebogenen Hörner gegeneinander schlagen. 

Informationen:
Rocky Mountain National Park
Estes Park, CO 80517
Tel. 303/586-2371 

Öffnungszeiten:
Ganzjährig. Die Trail Ridge Road, bleibt zwischen Mitte September und Mitte Mai wegen der ergiebigen Schneefälle geschlossen. Im Sommer gibt es einen kostenlosen Pendelbusverkehr auf der Bear Lake Road. 

Eintritt:
20 Dollar für Privatautos
10 Dollar für Radfahrer, Motorradfahrer, Fußgänger
40 Dollar für eine Jahreskarte 

Unterkunft:
Im Park gibt es keine Unterkünfte. In den Ortschaften Estes Park, Grand Lake und Granby gibt es mehrere Hotels und Motels. 

 

Death Valley Nationalpark

Das Tal des Todes wird seinem Namen eigentlich nicht gerecht. Immer wieder stößt man auf lebenspendendes Wasser. In 400 Quellen tritt das gesamte Grundwasser der Region zutage, verdampft jedoch gleich wieder. Glitzernde blauweiße Salzkristalle entstehen auf den weiten Flächen des Talbodens. Spitz und hart, flach und brüchig stellen sie eine eigentümliche Landschaft dar. Badwater heißt diese Stelle, die 86 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und damit der niedrigste Punkt der westlichen Hemisphäre ist. 

Death Valley Nationalpark

Death Valley Nationalpark

Vor zahlreichen Aussichtspunkten breitet sich eine Wüstenlandschaft von atemberaubender Schönheit aus: Vom Zabriskie Point lässt sich der Sonnenaufgang besonders gut betrachten. Für Fotofreunde lohnt sich ein Ausflug zum Artist Drive, wo man den buntleuchtenden Lehm an den Felsen auf’s Bild bannen kann. Vom Dante’s View aus hat man einen Panoramablick über das ganze Tal. 

Im Sommer klettert das Thermometer regelmäßig auf über 45 Grad. Sogar 57 Grad sind im Schatten schon gemessen worden. Im Twenty Mule Team Canyon kann man es richtig knacken hören, wenn die Hitze die Felsen ausdehnt. Mittags ist die Wärme unerträglich. Die hohen Temperaturen machen sich übrigens die Autohersteller zu Nutze. Fast alle Marken testen hier ihre Fahrzeuge bei der „Außentemperatur- Verträglichkeitsprüfung“. 

Im 19. Jahrhundert wurde das Death Valley durch seine Silbermine zum Anziehungspunkt. Tausende eilten herbei, um reich zu werden. Spuren von Bergbauaktivitäten findet man noch heute überall in den Bergen. Nach dem Silber sorgte ein Salz für wirtschaftlichen Aufschwung: Borax, das 1873 auf dem Talboden entdeckt wurde. 

Informationen:
Informationen aller Art erhält man im Death Valley Visitor Center (im Sommer täglich von 8 bis 18 Uhr, im Winter täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet)
Death Valley National Park, P.O. Box 579, Death Valley, CA 92328-0570
Tel. (001-760) 786-2331, Fax: 786-3283

Öffnungszeiten:
Ganzjährig.

Eintritt:
10 Dollar (9,20 Euro) für 7 Tage mit Auto
Campingpreise ab 10 Dollar (9,20 Euro)

Unterkunft:
Hotels reservieren unter: Tel. (001-760) 786-2345, Fax: 786-9945
Tel. (001-760) 786-2345, Fax: 786-2514
Campingplatz reservieren unter: Tel. (1-800) 365-2267 in den USA,
außerhalb der USA unter: Tel. (001-301) 722-257. 

Weiterführende Informationen über alle fünf vorgestellten Parks finden Sie beim National Park Service.


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