Haight Ashbury – das alte Viertel der Hippies

An der Kreuzung zwischen Haight Street und Ashbury Street, in der Nähe des Golden Gate Parks, liegt das gleichnamige Stadtviertel Haight Ashbury. Am Ende der 60er Jahre befand sich das Viertel an vorderster Front der Flower Power Hippie Bewegung. Zu jener Zeit entstand ein völlig neues Lebensgefühl. Fernab aller bürgerlichen Regeln veränderte diese Lebenskultur das Bewusstsein einer ganzen Generation. Zu Tausenden strömten im Jahre 1967 Blumenkinder aus aller Welt hier her. San Francisco wurde über Nacht zur Hippiehauptstadt unter dem Motto "Make Love not War". Sie wurden zu Rebellen gegen den Vietnamkrieg, wollten ein Leben ohne Gewalt.

Bis heute ist das Stadtviertel ein Mekka für diejenigen, die auf Vintage-Kleidung, Musik, Pop-Poster und Piercing-Studios stehen. Obwohl der Sommer der Liebe schon seit Jahrzehnten vorbei ist, hat sich Haight-Ashbury zu einem Schmelztiegel für Hippies, Hipster und Leute entwickelt, die den unterschiedlichsten Arbeiten nachgehen. Bei einem Spaziergang durch die Straßen hat man an jeder Ecke das Gefühl, in die Vergangenheit zurück zu kehren. Die Relikte der guten alten Hippiezeit kann man mit Batikhemden, Sandalen, weiten Kleidern, Haschischpfeifen und Poster noch immer in so manchem Laden finden. Dieses Viertel ist auch ein Muss für jeden Musikfan und es wird schnell erkennbar, warum diese Straßen Musikgrößen wie Grateful Dead und Janis Joplin anzogen.

Die Geschichte von Haight Ashbury

Bis 1883 war des Geberit rund um das heutige Stadtviertel Haight Ashbury ein ländliches Fleckchen mit einigen Bauernhöfen. Erst als 1883 die Seilbahn fertig gebaut wurde welche das Gebiet mit anderen Ecken von San Francisco verband, erwachte die Region zum Leben. Zum richtigen Unterhaltungsviertel entwickelte sich Haight Ashbury erst als zwischen 1895 und 1902 ein Vergnügungspark im nahe gelegenen Golden Gate Park entstand. Wenig später kamen noch ein Baseball Stadion und viele Wohnhäuser der oberen Mittelschicht hinzu. Anders als viele Stadtviertel San Franciscos blieb Haight Ashbury vom Erdbeben 1906 so gut wie verschont. Während des Krieges und der Wirtschaftskrise wurden viele Häuser im Viertel zerstört oder verfielen, da viele Bewohner in einen anderen Stadtteil umzogen. Anfang der fünfziger Jahre wurde der Stadtteile langsam wieder aufgebaut und vorrangig mit Holzhäusern versehen.

In den sechziger Jahren wurden die aufwendig detaillierten, hölzernen Häuser des Haight-Ashbury zu einem Heim für Hippies. Dies lag vor allem an den günstigen Preisen und der großen Anzahl von freien Wohnungen und Häusern, was nicht zuletzt der geplanten Autobahn in der Gegend geschuldet war.

Die Berichterstattung über das Hippie-Leben im Haight-Ashbury Viertel zog die Aufmerksamkeit der Jugend aus ganz Amerika an. Schon bald entstand im Stadtviertel eine große Gemeinschaft die vor allem auf Gegenkultur-Idealen, Drogen und Musik eine Basis fand. Der erste Head-Shop, Ron und Jay Thelins Psychedelic Shop, eröffnete 1966 auf der Haight Street und bot Hippies einen Platz, um Marihuana und LSD zu kaufen. Später folge der Coffee Shop Blue Unicorn.

Ebenfalls Mitte der sechziger Jahre gründete sich die für Haight Ashbury bekannte Community Anarchist" –Gruppe Diggers, die vor allem durch ihr Straßentheater bekannt war. Die Diggers glaubten an eine freie Gesellschaft und das Gute im Menschen. Um ihren Glauben auszudrücken, bauten sie einen freien Laden, boten täglich freie Mahlzeiten an und riefen die erste kostenlose medizinische Klinik ins Leben. Zu jener Zeit entstanden auch Bands wie Grateful Dead, Big Brother und die Holding Company oder auch Jefferson Airplane, welche eine völlig neue Musikkultur ins Leben riefen. Aber auch Jimmie Hendrix oder Janis Joplin waren Musiker dieser Zeit.

Nach dem Ende des Vietnams Krieges wurde die Zahl der Hippies in Haight Ashbury langsam rückläufig. Bis weit in die siebziger Jahre wandelte sich der Stadtteil zu einem vor allem für Künstler sehr beliebten Ort. Anfang der achtziger Jahre eröffnete hier ein Kaffeehaus mit dem Namen The Other Cafe, welches innerhalb kürzester Zeit zum Inbegriff der Comedy Szene wurde Stars wie Robin Williams oder Whoopi Goldberg begannen hier ihre Karriere. Bis heute hat sich der Ruf als Künstlerviertel weit verbreitet.

Die Sehenswürdigkeiten von Haight Ashbury

Auch wenn dank der Hippies das gesamte Stadtviertel Haight Ashbury schon eine Sehenswürdigkeit selbst ist, hat die eine oder andere Ecke noch eine Kleinigkeit zu bieten.

Auf den Spuren der Hippies wandelt man ein wenig im Grateful Dead House. Die Band Grateful Dead war zu Zeiten der Flower Power Bewegung extrem angesagt und hat die Musik einer ganzen Generation geprägt.

Die Haight Street ist so etwas wie die Einkaufsmeile des Haight Ashbury Viertels. Allerdings erwartet die Besucher hier nichts Alltägliches. Vielmehr siegelt diese Straße die Gegenkultur und Freiheit der Hippie Zeit wieder. Eine Attraktion ist auch die Haight-Ashbury Street Fair an jedem zweiten Sonntag im Juni.

Im Psychedelic History Museum findet man alles zum Thema Hippies. Jede Menge Fotos, Bücher und Zeitungsartikel machen das Freiheitsgefühl der 60er Jahre lebendig.

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