Glacier-Nationalpark

Der Glacier-Nationalpark befindet sich im nördlichen Teil des Bundesstaates Montana. Hier liegt er inmitten der imposanten Rocky Mountains, dicht an der Grenze zu Kanada. Der Park zeichnet sich ganz besonders durch seine einzigartige Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume für Pflanzen und Tiere aus. Entlang der Ostflanke und dessen Hauptkamms der Rocky Mountains erstreckt sich der Park mit seiner wunderschönen Landschaft aus Wäldern, Prärien, Wüsten und Seen.

Der wichtigste Berg des Nationalparks ist der 2433 Meter hohe Triple Divide Peek. Hier laufen viele Wasserstraßen der umliegenden Ozeane zusammen. Der höchste Berg des Parks ist der 3190 Meter hohe Mount Cleveland. Im Westen grenzt der Nationalpark an den North Fork und Middle Fork des Flathead Rivers, im Süden an den Bear Creek, im Osten an das Indianerreservat des Blackfoot Stammes und im Norden an Kanada. Seinen Namen verdankt der Park den vielen Gletschern, die sich im Laufe der Jahrtausende überall in der Region gebildet haben.

Der Glacier Nationalpark wurde am 11. Mai 1910 gegründet und unter den besonderen Schutz eines Nationalparks gestellt. Seit 1976 ist der Park darüber hinaus ein Biospährenreservat und weite Teile wurden zu einer Wilderness Area umgewandelt. Wer den Park besuchen möchte, kann entweder den US Highway 2 nutzen oder sich in einen Zug der Great Northern Railway Gesellschaft setzten. Im Süden des Parks gibt es eine Bahnlinie, die von der Great Northern Railway betreut wird.

Die Flora und Fauna

Der Glacier-Nationalpark verfügt bis heute über eine fast unberührte Natur, in der viele Pflanzen und Tiere einen Lebensraum gefunden haben. Insgesamt leben im Gebiet über 70 Säugetierarten, 250 verschiedene Vogelarten sowie diverse Arten von Fischen und Reptilien. Auch die Pflanzenwelt ist sehr vielfältig. Überall im Park gibt es über 1130 verschiedene Pflanzen.

Wer als Besucher durch den Park streift, sollte gut gerüstet und bester Gesundheit sein, da ihn gleich mehrere unterschiedliche Klimazonen erwarten. Während ein Teil des Parks durch Wälder dominiert, sind andere Teile durch Grasland, Wasser, wüstenähnliche Steppe und alpine Zonen geprägt. Jede Zone hat ihre ganz eigene Tier-und Pflanzenwelt.

Der Osten und Westen des Parks ist durch eine Prärielandschaft geprägt. Wer hier durch die Wälder streift, kann unter amerikanischen Zitterpappeln, Gelb-Kiefern, Douglasien, Küsten-Kiefern und Engelmann-Fichten Schatten suchen. Die Prärie ist Lebensraum für Tiere, die Trockenheit und intensive Temperaturschwankungen gewöhnt sind. Besucher können hier mit etwas Glück nördliche Taschenratten, Columbia-Ziesel, Silberdachse, Präriehasen, Kojoten, Wölfe, Pumas, Falken, Bussarde und Hudsonweiher in freier Wildbahn erleben.

Der Südwesten zeichnet sich hier durch ein feuchtes Klima und grasbewachsene Hügel aus. Hier gibt es Wälder mit Riesen-Lebensbaum, Hemlocktannen, Pazifischen Eiben und westamerikanischen Lärchen. Unterhalb 1300 Metern gibt es darüber hinaus auch Wälder, die sich vor allem durch Douglasien und Papier-Birken auszeichnen. Innerhalb dieser Region gibt es auch sehr bewaldete Hänge, die vor allem den kleineren Tieren ein Zuhause bieten.

Sehr häufig kommen hier amerikanische Zwergspitzmäuse, westliche Grauhörnchen, Waschbären, nordamerikanische Baumstachler, Tannenhäher, Kragenhühner, Raufußhühner, Schneeschuhhasen und Kanadische Luchse vor. Wer etwas weiter nach oben geht, kann mit etwas Glück auch Weißwedelhirsche, Maultierhirsche, Wapitis und Elche in den Wäldern sehen.

Bei etwa 2000 Metern endet der Wald. Hier kommen nur noch vereinzelt Engelmann-Fichten, Felsengebirgstannen und Beerensträucher vor. An Tierarten kommen in diesen Lagen besonders Felsengebirgshühner, Dachsammer, Fischermarder, Fichtenmarder, Mauswiesel und Hermeline vor. Ab 2300 Metern beginnt die sogenannte Krummholzzone. Hier bestehen die Wälder meist aus weißstämmigen Kiefern, Felsengebirgs-Tannen, Engelmann-Fichten und biegsame Kiefern. In diesem Lebensraum kann man sehr häufig Grizzlybären antreffen.

Zu guter Letzt beginnt in über 2.300 Metern die alpine Zone. Hier wird das Bild von Weiden, Heidekraut, Nelkenwurzen, Jakobsleitern, Akeleien, Fetthennen und Hahnenfußgewächsen geprägt. Einzig Weißschwanz-Schneehühner, amerikanische Pfeifhasen und Schneeziegen können in diesem Klima leben.

Besonderheiten für Besucher

Der Park wurde einst für die fröhliche Freizeitgestaltung eröffnet. Heute können die Besucher im Park spazieren und wandern gehen, geführte Touren entlang der Rocky Mountains unternehmen, sich in den Besucherzentren über die Geschichte des Parks informieren, auf den Flüssen mit Booten umherfahren oder einfach nur die Natur genießen. Wer im Park übernachten möchte, der kann entweder einen der Campingplätze nutzen oder sich ein gemütliches Zimmer im Motel oder Hotel aussuchen.