So wählt Amerika seinen Präsidenten

Clinton gegen Trump: Es sind nur noch wenige Tage, bis die wichtigste Wahl der Welt einen endgültigen Sieger hat. Hier noch einmal die wichtigsten Fakten zum Tag, an dem der 45. Präsident der USA gewählt wird.

Wer darf wählen?

Wählen darf jeder US-Bürger ab 18 Jahren, der seinen Wohnsitz in einem der 50 Bundesstaaten oder in der Hauptstadt Washington hat. Dies wären in etwa 219 Millionen Menschen. Ausgenommen von der Wahl sind die Bewohner von Puerto Rico, Häftlinge und illegale Einwanderer. Wer wählen darf, muss sich vorab im Wahlbüro registrieren lassen.

Welche Bevölkerungsgruppen treffen die Wahlentscheidung?

Die Demokraten bekommen bei der Wahl üblicherweise eine Stimmenmehrheit von den Minderheiten, wie den Afroamerikanern oder den Hispanics und jungen Menschen. Bei den Republikanern sind meist weiße Männer und evangelische Christen die entscheidenden Wähler. In diesem Jahr dürften sich die Christen womöglich ihrer Stimme enthalten, was nicht zuletzt an den Äußerungen von Donald Trump liegt.

Wann werden die Wahllokale geschlossen?

Die Präsidentschaftswahl findet am Dienstag, den 8. November statt. Da sich die USA in sechs Zeitzonen einteilt, kann es zu unterschiedlichen Zeiten für die Schließung der Wahllokale kommen. Betrachtet man es einmal mit der deutschen Zeitverschiebung, schließen viele Wahllokale entlang der Ostküste, der südlichen Staaten und im Mittleren Westen zwischen 1 und 4 Uhr unserer Zeit. In Kalifornien, Oregon und Hawaii schließen sie um 5 Uhr. In Alaska schließen die Wahllokale als Letztes um 6 Uhr. Darüber hinaus gibt es aber auch die Briefwahl und in einigen Staaten kann sogar vier bis fünfzig Tage vor dem 8. November bereits gewählt werden.

Wann kommen die Wahlergebnisse?

Nach alter Tradition fällt im Dorf Dixville im Bundesstaat New Hampshire um etwa 6 Uhr morgens unserer Zeit der Startschuss für die Ergebnisse. Dies zieht sich dann den ganzen Tag über hin. Die ersten Prognosen gibt es dann ab Mitternacht unserer Zeit am 9. November. Hillary Clinton und Donald Trump müssen sich in ihrem Heimatstaat New York bis drei Uhr morgens unserer Zeit gedulden. Dann schließen die Wahllokale und das Stimmen zählen kann starten.

So funktioniert das Wahlsystem

Die Amerikaner bestimmen den US Präsidenten nicht direkt. Auf den Wahlzetteln sind zwar die Namen der Kandidaten zu finden, aber die eigentliche Präsidentenwahl wird durch 538 Wahlleute bestimmt. Diese sind auch unter dem Namen „Electoral College „bekannt. Jeder Bundesstaat stellt dafür so viele Wahlmänner oder –Frauen auf, wie er Abgeordnete und Senatoren im Kongress hat. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat Kalifornien stellt 55 Wahlleute, während bevölkerungsmäßig kleine Bundesstaaten wie Alaska nur rund drei Wahlmänner stellen. Diese Vertreter wiederum stimmen meist für den Kandidaten mit den meisten Stimmen in ihrem Bundesstaat ab. In Maine und Nebraska gibt es eine Ausnahme. Hier werden die Delegierten prozentual verteilt. Um das Amt als Präsident zu gewinnen, müssen mindestens 270 Wahlmännerstimmen erreicht werden. Am Ende gilt aber das „Winner Takes all“-Prinzip.

Welche Swing States bringen die Wahlentscheidung?

In vielen Bundesstaaten steht auch schon vor der eigentlichen Wahl fest, welcher Kandidat die Stimmen der Wahlmänner bekommt. Das liegt vor allem daran, dass etwa 20 Bundesstaaten eine klare Mehrheit der Demokraten oder der Republikaner haben. Der eigentliche entscheidende Wahlkampf findet daher in den Bundesstaaten statt, in der es keine dominante Mehrheit einer Partei gibt. Diese werden auch als „Swing States“ bezeichnet. Für die Wahl 2016 sind es gleich 12 dieser besonderen Swing States, die von Hillary Clinton und Donald Trump besonders umgarnt werden. Extrem wichtig sind dabei die Bundesstaaten Florida, Pennsylvania, Ohio, North Carolina, Colorado und Virginia, da es hier die meisten Wahlleute gibt.

Was passiert direkt nach der Wahl?

Donald Trump hatte ja bereits verlauten lassen, bei einer knappen Niederlage das Ergebnis anzufechten. Ist dies der Fall, könnte dieses Ergebnis wochenlang die Justiz beschäftigen, bis diese zu einer Einigung kommt. Für viele Bundesstaaten gibt es ein Gesetz, welche die Frist für die Überprüfung eines unklaren Wahlergebnisses regelt. Diese ist bei höchstens fünf Wochen.

Was passiert, wenn beide Kandidaten gleichauf liegen?

Ein Unentschieden ist zwar so gut wie nicht möglich, aber in diesem Wahljahr könnte es eng werden. Wenn beide die magische Zahl von 270 Wahlmännerstimmen nicht erreichen, dann kommen die beiden Kammern des Kongresses zum Einsatz. Das Repräsentantenhaus muss dann den künftigen Präsidenten wählen. Dabei haben alle Abgeordnete eines Bundesstaats nur eine Stimme. Dem Senat wird die Wahl des Vizepräsidenten zuteil.

Was wird neben dem Präsidenten noch gewählt?

Neben dem neuen Präsidenten stimmen die Wähler auch über die 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus ab. Darüber hinaus werden zudem ein Drittel der 100 Sitze im Senat und zwölf Gouverneursposten neu besetzt.

Der Wahl-Plan sieht etwa 160 Volksabstimmungen in 35 Bundesstaaten vor. Hier wird unter anderem über die Abschaffung der Sklaverei in Colorado, Alkoholverkauf in Supermärkten von Oklahoma und einer Kondompflicht bei Dreharbeiten von Pornofilmen in Kalifornien entschieden. In Washington D. C. ist auch eine Abstimmung für einen 51. Bundesstaat geplant. Dieser soll den Namen „New Columbia“ bekommen. Bislang ist der Distrikt dem Kongress direkt unterstellt.

Wann beginnt der neue Präsident mit seiner Arbeit?

41 Tage nach der Wahl, das ist 2016 der 19. Dezember, wählt das Electrola College den Präsidenten und den Vizepräsidenten. Am 6. Januar 2017 erfolgt durch den Kongress die Stimmenauszählung. Dieser verkündet danach das offizielle Wahlergebnis. Am 20. Januar legt dann der neue Präsident um 12 Uhr Ortszeit seinen Amtseid in Washington D.C.ab. In Deutschland wäre es dann etwa 18 Uhr.

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