Great Lakes: American Beauties

Die großen Seen der USA verleiten zum träumen

Die ganze Schönheit Amerikas erschließt sich bei einer Reise rund um die Großen Seen – behaupten jedenfalls deren Bewohner. Zu Recht, denn im Gebiet der Lakes Michigan, Superior, Huron und Erie finden Urlauber pulsierende Städte, stille Inseln, imposante Naturdenkmäler und fesselnde Museen.

Dreh- und Angelpunkt einer Reise um die Great Lakes ist Chicago. Hat man den hektischen Flughafen und die New-York-ähnlichen Häuserschluchten erstmal hinter sich gelassen, findet man sogar in dieser Drei-Millionen-Stadt die Ruhe, die für die Seen so bezeichnend ist. Am Oak Street Beach, im Lincoln oder Grant Park treffen sich die sonst so geschäftigen Chicagoer ganz entspannt beim Picknick und blicken auf das unendliche Blau des Lake Michigan.

Sonnenuntergang am Lake MichiganBei einer Fahrt Richtung Nordwesten wird die Weite der Region offensichtlich: Im ländlichen Staat Wisconsin prägen grüne Wiesen, sanfte Hügel und friedlich grasende Kühe die Landschaft. Sogar in der Hauptstadt Madison sind die Bewohner durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ob beim Kaffee in einer der Bars auf der State Street, auf den Veranden der farbenfrohen Holzhäuser oder beim samstäglichen Einkauf auf dem großen Markt – überall bleibt Zeit für ein Schwätzchen.

In den Northwoods weiter im Norden geht die Reise durch skandinavisch anmutende Nadelwälder und vorbei an unzähligen kleinen Seen. Kaum eine Menschenseele ist zu sehen bis die Ufer des Lake Superior erreicht sind. Obwohl der See für seine verheerenden Stürme berüchtigt ist, gehören die 22 Apostle Islands an seinem westlichen Ende zu den idyllischsten Flecken des ganzen Staates. Mit dem Apostle Island Cruise Service lassen sich Madeline Island, die größte der Inseln mit einer Kultstätte der Chippewa-Indianer und die nur von Rangern bewohnten, naturbelassenen kleineren Inselchen per Schiff erobern. Blitzende Highlights rings um den See sind die vielen Leuchttürme aus dem 19. Jahrhundert.

Versteckte Strände und technisches Wunderwerk

Das Ufer entlang immer gen Osten erreicht man die Keweenaw-Halbinsel, vor deren romantischen Sandstränden die Sonne in besonders schönen Farben im See versinkt. Ein Stopp lohnt sich im Pictured Rocks Nationalpark. Die 60 Kilometer lange Steilküste bietet grandiose Panoramen und versteckte Strände. 

Noch weiter östlich, an der Grenze zu Kanada, liegt Sault St. Marie. Anziehungspunkt des kleinen Städtchens sind die riesigen Schleusenanlagen, in denen die Schiffe die Stromschnellen des St. Mary’s River auf dem Weg in den Lake Huron umgehen. Eine zweistündige Bootstour erschließt auch Laien das technische Wunderwerk. 

Great Lakes USA 2


Nächste Station ist Mackinac Island, das seit dem 19. Jahrhundert Treffpunkt der High Society ist. Auf den langen Alleen der autofreien Insel fahren nur Kutschen und Fahrräder. Einblicke in die mondäne Welt der Upper Class in vergangenen Zeiten gibt das luxuriöse Grand Hotel aus dem Jahr 1887 mit seiner 200 Meter langen weißen Veranda hoch über den Klippen der Insel. Wer nichts isst oder trinkt, muss Eintritt bezahlen! 


Kurz vor der Grenze zum Staat Ohio, in der Nähe des Industriemolochs Detroit – den man besser links liegen lässt – lohnt das Städtchen Dearborn einen Abstecher. 1929 hat sich hier Henry Ford sein eigenes Museum errichtet. Zu sehen sind das erste benzinbetriebene Auto der USA, aber auch die nachgebauten Labore und Werkstätten der Erfinderkollegen Edison und Wright. 

Beliebte Ziele für Touristen

Fährt man nun 25 Kilometer von Dearborn gen Südosten und das Ufer des Lake Erie ist erreicht. In den 60ern waren seine Fluten so verdreckt, dass man niemandem ernsthaft empfehlen konnte, darin zu schwimmen. Heute ist das anders: Wer nicht gerade in Cleveland die Rock’n’Roll Hall of Fame oder das Vergnügungsviertel „The Flats“ besucht, genießt an den schönen Stränden die Sonne oder taucht in Holmes County in das vorletzte Jahrhundert ein. great lakes Leuchtturm

Das „Heartland“ der Amish-Gemeinde von Ohio ist jedoch fest in der Hand der Tourismusbranche. Hier rauschen nicht nur traditionell gekleidete Männer mit breitkrempigen Hüten und langen Bärten in schwarzen Kutschen über die Straßen, in Sugarcreek oder Millersburg empfängt die Besucher obendrein lautstarke Jodelmusik aus Lautsprechern!

Auf dem Weg zurück nach Chicago bietet sich ein Bogen über Columbus und Indianapolis, die Hauptstädte von Ohio und Indiana, an. Sehr empfehlenswert: Das Freilichtmuseum Conner Prairie bei Indianapolis. In dem Museumsdorf arbeiten Farmer, Ärzte, Pfarrer und Waschfrauen original wie im Jahr 1836 und können den Besuchern obendrein jedes Detail ihrer nachgebildeten Lebenswelt erklären. 


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