Burning Man: Ein zündendes Event

Hotel auf vier Rädern

Wenn die Wüste in Nevada brennt ...

1000 Quadratkilometer Staub, Sand, Hitze. Die Black Rock Desert in Nevada ist mitten im Nirgendwo. Eine Welt auf einem anderen Planeten. Doch einmal im Jahr wächst auf diesem menschenfeindlichen Flecken Erde eine Stadt. Eine Woche lang erwecken Neo-Hippies, Künstler, Pyrotechniker, Raver und Wochenendrebellen beim "Burning Man“-Festival diese Wüste zum Leben.

Verrückt oder Nicht?Verrückt oder nicht? Sie treffen sich, um in einem gigantischen Zeltlager zu tun, was sie sich im Alltag nie trauen würden. Um die Freiheit unter dem endlosen Wüstenhimmel zu genießen und mit zigtausend fremden Leuten die Nächte durch zu feiern. Die Love Parade ist nichts dagegen.

Den Anfang nahm alles 1986, als ein liebeskranker Kalifornier seinem Kummer ein zündendes Denkmal setzte. Damals verbrannte Larry Harvey noch am Baker Beach von San Francisco den ersten hölzernen Mann – gerade mal 2,60 Meter hoch – im trauten Kreis von 20 Freunden. Aus dem spontanen Happening wurde ein Ritual, das jedes Jahr mehr Verrückt oder nicht verrückt? Jünger anzog.

1990 wechselte das Festival in die Wüste von Nevada. Der "Burning Man“ war damals schon stolze 13 Meter groß und seine Fan-Gemeinde 800 Mann stark. 1998 scharten sich dann schon 15.000 Freigeister um eine 16-Meter-Skulptur und es sind jedes Jahr mehr geworden!

Schrill, schriller, das Wüstencamp

In dem Wüstencamp darf jeder machen, was er will. Nur eine Regel ist Gesetz: "No spectators“– nicht gucken, mitmachen! Alles ist erlaubt. Zwischen überdimensionalen Kunstwerken flanieren Frauen in schrillen Plüsch-Bikinis, „Mad Max“-Verschnitte im schwarzen Survival-Outfit und Männer ohne was an. Abends finden Konzerte, Filmvorführungen, Rock- Opern und pyrotechnische Happenings statt. 

Überall wird getanzt, gelacht und gequatscht – eine internationale Gemeinschaft auf Zeit, zwischen 8 und 80 Jahren alt. Erlebnis ohne jede Verantwortung und Pflicht. Nur an eins muss man denken: In der Wüste gibt es keine Läden, Hotels oder Brunnen. Wer überleben will, muss für Wasser, Essen und Unterkunft selber sorgen.

Burning ManEin Klassiker beim "Burning Man“ sind die Art-Cars, aufwendig umgebaute und verzierte Limousinen, Pick-Ups, Busse … Nicht wundern, wenn einem auf einer Sandpiste ein schwarzer Leichenwagen mit Sarg und Sensemann auf dem Dach entgegenkommt, nebenan ein knallbunt lackierter VW-Käfer mit einem Globus als „Gallionsfigur“ parkt oder die Nachbarn in einem Van mit einer riesigen Haifischflosse übernachten. Höhepunkt am letzten Abend: Der "Burning Man“ wird mit jubelndem Gekreische in Brand gesetzt. Er soll böse Geister in die Flucht schlagen. 

Kein Wunder, dass manchem bei soviel Freiheit, Kreativität und Gemeinschaft die Zeltdecke auf den Kopf fällt. Er zieht sich dann in seine Behausung zurück, flieht vor soviel Bizarrem – Kulturschock total. Doch wer durchhält, sich fallen lässt und einfach mitmacht, erlebt einen Trip, mit dem kein Drogenrausch mithalten kann. 

Tickets kosten zwischen 400 und 425 Dollar (ca. 403 Euro) – je nachdem, wann man sie kauft. Weitere Infos und Anmeldung über die Webseite


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