Rechtsbeistand finden

Falls Sie Hilfe bei einer Einwanderungsthematik benötigen, können Sie auf die Unterstützung eines zugelassenen und kompetenten Eiwanderungsanwalts (Immigration Lawyer) zurückgreifen. Die örtliche Rechtsanwaltskammer kann Ihnen dabei helfen einen fachkundigen Anwalt zu finden. 
In einigen Bundesstaaten werden auf Einwanderungsrecht spezialisierte Rechtsanwälte sogar eigens zertifiziert. Diese Anwälte haben anhand von Tests nachgewiesen, dass sie über besonderes Fachwissen im Bereich Einwanderungsrecht verfügen. Aktuell listen folgende Bundesstaaten zertifizierte Anwälte auf den Websites ihrer Anwaltskammern auf: Kalifornien, Florida, North Carolina und Texas.
Bitte beachten Sie, dass Sie dafür verantwortlich sind, wenn Sie einen bestimmten Anwalt engagieren. Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) spricht in dieser Hinsicht keine Empfehlung aus.

Falls Sie rechtlichen Beistand zu einer Einwanderungsproblematik benötigen, jedoch nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, um einen Anwalt zu engagieren, können Sie alternativ günstige oder gänzlich kostenfreie Hilfestellung in Anspruch nehmen. Hilfe und Unterstützung erhalten Sie von:

  • einer anerkannten Organisation:

Hierbei handelt es sich um Organisationen, die von der Kommission für einwanderungsbehördliche Berufung (Board of Immigration Appeals, BIA) anerkannt sind. Um „anerkannt" zu werden, muss die Organisation über ausreichende Kenntnisse und Erfahrung bei der Unterstützung von Einwanderern verfügen und nur geringe Gebühren für diese Leistungen empfangen.

  • einem bevollmächtigten Vertreter:

Hierbei handelt es sich um Personen, die an die von der Kommission für einwanderungsbehördliche Berufung anerkannten Organisationen angeschlossen sind. Diese Vertreter dürfen nur geringe Gebühren für ihren Service berechnen. Mehr Informationen dazu und im Allgemeinen finden Sie auf der U.S. Department of Justice Webseite.

  • einem qualifizierten Vertreter:

Hierbei handelt es sich um Personen, die kostenlose Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Diese Vertreter müssen Kenntnisse im Bereich des Einwanderungsrechts vorweisen sowie die geltende Gerichtspraxis kennen. Zu den qualifizierten Vertretern zählen beispielsweise Studenten und Absolventen einer Juristischen Fakultät sowie Personen mit "einwandfreiem Charakter" (good morale character), die eine persönliche oder berufliche Beziehung zu Ihnen haben (Verwandter, Nachbar, Geistlicher, Arbeitskollege, Freund).

  • unentgeltliche juristische Unterstützung:

Das Büro des vorsitzendem Einwanderungsrichters (Chief Immigration Judge) stellt Personen, die ein Einwanderungsverfahren durchlaufen, einen Liste mit anerkannten Anbietern von unentgeltlicher juristischer Unterstützung zur Verfügung (siehe www.usdoj.gov/eoir/probono/states.htm). Hierbei handelt es sich um eine Liste von Rechtsanwälten und Organisationen, die bereit sind Immigranten bei Verfahren vor dem Einwanderungsgericht (Immigration Court) zu vertreten. Die sich auf der Liste befindlichen Anwälte und Organisationen haben zugestimmt, Immigranten bei Einwanderungsverfahren (Immigration Proceedings) pro bono (kostenfrei) zu unterstützen, allerdings können Ihnen nicht alle von ihnen bei außergerichtlichen Angelegenheiten (Visaverfahren, Einbürgerung) weiterhelfen.

  • Pro Bono Programm:

Listen örtlicher anerkannter Pro Bono (kostenfreier) Organisationen und ihrer Vertreter sind in der Regel in jedem lokalen Büro der US-Einwanderungsbehörde USCIS vorhanden.

Vorsicht Betrug - "falsche" Einwanderungsberater
Viele Einwanderungsberater (Immigration Practitioner) sind sehr qualifiziert, ehrlich und bieten Einwanderern einen guten Service. Trotzdem gibt es Leute, die Einwanderer ausnutzen.
Bevor Sie sich dafür entscheiden bei Einwanderungsfragen Hilfe in Anspruch zu nehmen und bevor Sie in irgendeiner Form Geld bezahlen, sollten Sie recherchieren und sich über die Angebote informieren, so dass Sie die richtige Entscheidung bei der Wahl ihres Rechtsbeistands treffen. Schützen Sie sich vor betrügerischen Einwanderungsberatern.

Diese Punkte sollten Sie bedenken:

  • Private Organisationen oder Personen, die Unterstützung bei Einwanderungsthemen anbieten, stehen in keinen besonderen Zusammenhang mit der USCIS. Verlangen Sie Auskunft von Personen, die Versprechungen machen, die zu gut klingen um wahr zu sein, oder die angeben ein spezielles Verhältnis zur USCIS zu haben. Vertrauen Sie keinen Personen, die bestimmte Ergebnisse oder eine Verfahrensbeschleunigung garantieren. Wenn Sie sich für einen Einwanderungsvorteil (Immigration Benefit) nicht qualifizieren, kann auch die Konsultation eines Einwanderungsanwalts oder -beraters nichts an dieser Tatsache ändern.
  • Einige Berater, Reiseagenturen, Immobilienbüros und Notare (Notaries Public) bieten ebenfalls Dienstleistungen für Einwanderer an. Sie sollten in jedem Fall Nachfragen nach ihren Qualifikationen stellen und sich Kopien des Beglaubigungsschreibens der Kommission für einwanderungsbehördliche Berufung oder der Anwaltszulassung (Bar Certificate) zeigen lassen. Einige Personen, die behaupten Sie seien entsprechend qualifiziert um juristische Dienstleistungen anzubieten, sind es nicht. Diese Personen können unter Umständen Fehler begehen, die Sie in ernsthafte Schwierigkeiten bringen können.
  • Sollten Sie einen Einwanderungsberater oder -anwalt hinzuziehen, bestehen Sie unbedingt auf einen schriftlichen Vertrag. Der Vertrag sollte in englischer Sprache sowie in ihrer Muttersprache vorliegen, sofern Englisch nicht Ihre Muttersprache ist. Der Vertrag sollte alle angebotenen Serviceleistungen und deren jeweilige Kosten beinhalten. Bitten Sie um Referenzen bevor Sie den Vertrag unterzeichnen.
  • Versuchen Sie Barzahlungen für die Serviceleistungen zu vermeiden. Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihnen eine Quittung über die Zahlung ausgestellt wird. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Originaldokumente behalten.
  • Unterschreiben Sie nie ein Blankoformular oder eine leere Anmeldung.

Holen Sie sich Hilfe, falls Sie von einem Einwanderungsberater betrogen worden sind. Wenden Sie sich an den Staatsanwalt bzw. Bezirksstaatsanwalt, an die Abteilung für Verbraucherfragen oder an die örtliche Polizei.

Opfer von häuslicher Gewalt oder Missbrauch
Wenn Sie Opfer von häuslicher Gewalt oder Missbrauch wurden, können Sie sich an die "National Domestic Violence"-Hotline unter der Rufnummer +1-800-799-7233 oder +1-800-787-3224 (für Hörgeschädigte) wenden. Die Hilfe wird in Spanisch sowie weiteren Sprachen angeboten.
Der "Violence Against Women Act" ermöglicht es Ehefrauen und Kindern von US-Staatsangehörigen sowie Personen mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung (Permanent Resident) einen eigenen Antrag für einen dauerhaften Aufenthalt in den USA zu stellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.uscis.gov oder unter der "National Domestic Violence"-Hotline.

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