Interview mit www.SkateKid50.com – warum Logan quer durch die USA skatet, anstatt die Schulbank zu drücken

Logan ist 11 Jahre alt und ein notorischer Schulschwänzer.

Und seine Eltern unterstützen ihn dabei nach besten Kräften! Und das kam so: Logan hat sich über eine Hausaufgabe geärgert, bei welcher er über North Dakota schreiben sollte. Was sollte er über einen Ort erzählen, den er noch gar nie gesehen hatte? Und er würde doch jetzt viel lieber mit seinem Skateboard rumtoben als über den Büchern zu brüten.

Logan und Matt Winkler

Lieber durch die USA skaten anstatt die Schulbank zu drücken

Dabei kam ihm eine Idee: Er würde doch viel mehr über North Dakota lernen, wenn er dort hinfahren könnte! Die meisten Eltern würden abwinken und dem Sprössling sagen, er solle sich jetzt auf seine Hausaufgaben fokussieren. Nicht so sein Vater Matt, und so schmiedete die Familie den Plan, die 6. Klasse „on the road“ zu verbringen und 50 Bundesstaaten zu bereisen. Logan soll dabei die Bundesstaaten handfest kennenlernen und seiner großen Leidenschaft, dem Skateboard fahren, nachgehen können. Mehr Details auch im Video bei CBS.

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Die Reise begann am 1. September und wird im Mai 2010 in Washington enden. Wir wollten ein bisschen mehr von Logan wissen und haben ihn zu einem Interview eingeladen.

Logan im Interview: "Ich liebe einfach das Skateboarden."

Logan, was war die merkwürdigste Erfahrung, die du bisher auf der Tour gemacht hast?

Wir gingen in den größten Indoor-Wasserpark in Amerika, aber der war gar nicht so groß! Ich war enttäuscht.

Du gehst ja dieses Jahr nicht regulär zur Schule, wer unterrichtet dich?

Mein Vater unterrichtet mich. Wir gehen oft in eine Bibliothek und ich leihe mir die Bücher aus, die in meiner Schule benutzt werden. Ich werde auch von der Online-Sprachschule unterstützt.

Wie viele Stunden pro Tag musst Du lernen, dass Du mit dem Unterrichtsstoff nicht deinen Mitschülern zu Hause hinter her hängst?

Ich lerne vier bis fünf Stunden pro Tag und verwende für Mathematik und Naturwissenschaften die gleichen Schulbücher wie meine Klassenkameraden, so halte ich mit. Die Online-Sprachschule dauert 36 Wochen, so muss ich nicht jeden Tag ein Modul lernen.

Für Physik lerne ich auch, was ich gut für das Skateboarden gebrauchen kann. Dann spiele ich noch Gitarre für Musik und zeichne für Kunst. Mein Vater zeigt mir auch viel in den Museen über die Geschichte und besorgt mir Materialen für den Kunstunterricht. Sport ist mein Lieblingsfach, es ist nicht wirklich Schule für mich.

Wie sind deine Noten, wer macht die Tests mit Dir?

Mein Vater macht die Tests, die Noten sie sind ziemlich anständig.

Wurdest du von anderen Kindern oder Eltern schon mal schief angeschaut oder beleidigt, weil sie nicht verstehen, dass du lieber Skateboard fährst, als richtig zur Schule zu gehen?

Nein. Ich skateboarde zwischen dem Unterricht und danach. Es ist einfach, Skateboard-Freunde in den besuchten Städten zu finden - alle Kinder in den Skatesparks sind sehr freundlich.

Ist es nicht langweilig, ständig in Museen zu gehen, anstatt sich mit Freunden zu treffen?

Nicht wirklich.

Bei der Tour lernst du sicher mehr über die USA und über dich selbst. Erzähl ein bisschen mehr über dich.

Ich liebe einfach das Skateboarden.

Logan in der Halfpipe

Als ich ein Kind war, war mein Idol Tony Hawk, ein Skateboarder unserer Bande. Wer ist dein Vorbild?

Rodney Mullen. Er ist Mitte vierzig und immer noch ein Profi-Skater-Champion.

Es macht die Runde, dass eine Skate-Kid-Welttournee geplant ist. Können sich unsere Leser darauf freuen, dich bald in Deutschland persönlich zu treffen?

Ich hoffe es! Dieses Vorhaben werden wir im Auge behalten.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Ja, bitte schaut auf unseren Blog auf www.50skatekid.com und kauft T-Shirts oder Aufkleber, bitte! Vielen Dank.

Logan in Chicago

Und jetzt mal eine Frage an den Vater: Matt, hat diese Reise - oder vielleicht besser gesagt dieses Experiment - Auswirkungen auf Dein Bild der USA?

Danke für die Frage. Diese Reise ist sehr lehrreich für mich. Jeder Ort offenbart mir neue Erkenntnisse. Wir sehen bedeutende, historische Stätten, von denen ich noch nie gehört habe. In den besuchten Museen treffen wir auf Artefakte und Informationen, die ich vielleicht nie kennengelernt hätte. Dies öffnet mir die Augen!

Außerdem zeigt mir die Reise, das Amerika trotz unterschiedlichen Regionen eine Nation ist. Ich könnte Ihnen Fotos von Vororten, Stadtvierteln, Einkaufszentren und Fast-Food-Ketten, zeigen und es wäre unmöglich zu bestimmen, wo diese Fotos aufgenommen wurden. Die gleichen Szenen wiederholen sich in ganz Amerika. Trotz den landesweiten Gemeinsamkeiten hat jede Region spezielle Eigenschaften, aber diese sind für die durchreisenden Touristen oft nicht leicht zugänglich.

Trifft man in einer Stadt Menschen, so bleiben Erinnerungen an diesen Ort. Aber letztlich wurde mein Eindruck verstärkt, dass die besuchten Orte nicht sehr verschieden voneinander sind. Ich habe wirklich nicht erwartet, dass die USA überall so ähnlich sind!

Logan und Matt, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview!

Logan, 11 Jähriger Skater

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