Interview mit Singer und Songwriter Rob Holub: „Die Schweiz war zu klein, in New York wartet die ganze Welt!“

Menschen sind spannend, insbesondere wenn sie eine Geschichte zu erzählen haben. Wie Rob. Er kommt aus derselben Ecke in der Schweiz wie ich, über den Weg gelaufen sind wir uns aber erst hier in New York.

Rob in the city

Rob Holub ist Schweizer mit tschechischen Wurzeln, und seit jeher haben ihn Sprache und Musik fasziniert und inspiriert. Als 6 jähriger Knirps lernte er Klavier zu spielen, übte immer fleißig und realisierte als 16 Jähriger seine erste Studioproduktion als Sänger und Komponist.

Karriere oder Leidenschaft?

Nebst seiner großen Musik-Leidenschaft absolvierte er einen zweisprachigem Hochschulabschluss in Kommunikationswissenschaften. Dann kam der Tag der Entscheidung, und Rob verzichtete auf eine steile Karriere in der Medienbranche und wählte den steinigen Weg des Künstlers, welcher ihn im 2007 in die Musikmetropole New York City brachte.

Hier verfolgt er seither seinen Jugendtraum, mit seiner Musik als Sänger, Songwriter und Pianist die Welt zu bewegen. Wenn ich solche Geschichten höre, will ich mehr wissen – und habe Rob um ein Interview gebeten.

Aber zuerst solltet ihr ein Ohr riskieren mit dem Song „Pick me up“!

Reto: Rob, Du arbeitest im Big Apple und verfolgst mit viel Engagement Deine Singer-Songwriter Karriere. Was hat Dich nach New York geführt, seit wann lebst Du hier – und bleibst Du uns noch eine Weile erhalten?

Rob: Ich bin im Sommer 2007 nach New York gezogen, wobei mich u.a. der Mythos der Stadt gereizt hat. Viele Leute kommen hierher um sich ihre Träume zu erfüllen, oder versuchen dies zumindest. Die Stadt lebt nach wie vor vom Mythos, dass man es hier von ganz unten nach ganz oben schaffen kann. Vom Tellerwäscher zum Millionär halt.

Für mich ist New York vor allem als Weltstadt und Schmelztiegel der Kunstszenen interessant. Der „American Dream“ drückt hier sicher nach wie vor durch. Es ist aber nicht nur toll und einfach, New York ist ein hartes Pflaster. Ich habe jedoch noch einiges vor hier, irgendwie macht die Stadt ja auch süchtig…

Rob on the run

Reto: Ja, das mit dem süchtig machen kann ich bestätigen. Wie war der Start in dieser Mega-Metropole vor 2 Jahren für Dich, hast Du rasch Anschluss gefunden und Dich eingelebt, gab es Probleme?

Rob: Ich habe mich relativ rasch “zu Hause” gefühlt und mir ein Netzwerk von Leuten aufgebaut. Jedoch ist alles sehr schnelllebig in New York und es braucht einige Zeit, bis man z.B. “richtige Freunde” um sich hat. Gerade am Anfang bedarf es an Proaktivität der Neuankommenden.

Man muss die Stadt so richtig aufsaugen, ja schon fast attackieren. Sie wartet auf keinen. Die Menschen hier sind aber grundsätzlich sehr offen, zugänglich und freundlich. Das gefällt mir. Wir Deutschschweizer sind da schon etwas “vorsichtiger”. New York ist jedoch ein spezieller Ort und hat Einflüsse aus vielen Kulturen dieser Erde.

Reto: Wenn Du das Musikbusiness mit der Heimat vergleichst: Wo siehst Du die Unterschiede?

Rob: Der Musikmarkt in der Schweiz ist rein schon von den geografischen Gegebenheiten her überschaubar. Entsprechend sind die Möglichkeiten in der Branche Fuß zu fassen geringer - es gibt ganz einfach weniger Plattformen.

In New York kann man praktisch jeden Tag anderswo auftreten, auch wenn man damit nicht unbedingt viel Geld verdienen wird. Was das Musikbusiness per se betrifft, so hat es sich durch das Internet in den letzten Jahren extrem verändert. Die Zeiten der Popsternchen sind eher vorbei - Indie Musik wächst dafür umso stärker.

Reto: Musik ist Deine Leidenschaft. Welche Vorteile hast Du hier in New York gegenüber deiner Heimat, ergeben sich auch Nachteile hier im Big Apple?

Rob: Ein klarer Vorteil sind die vielen Bars, Klubs und Konzerthallen, welche aufstrebenden Künstlern eine Plattform für Liveauftritte bieten. Ebenfalls trifft man hier auf die ganz Großen, welche es international geschafft haben. Von denen gibt es einiges zu lernen.

Die Konkurrenz ist einfach riesig, der Markt übersättigt – das kann sich als Hürde herausstellen, denn hier kommen die talentiertesten Künstler der Welt zusammen.

Rob on the mic

Reto: Was sind Deine musikalischen Einflüsse, wie entsteht bei Dir ein neuer Song?

Rob: Meine Musik reflektiert einen soulig-melancholischen Stil, wobei Elemente von Pop, Rock, R&B und französischen Chansons wiederzuerkennen sind. Das Piano ist mein Instrument. Ich schreibe jeden Tag, über das Leben und die Menschen. Ein “guter Song” entsteht jedoch meistens nur dann, wenn ich emotional bewegt bin, aus welchem Grund auch immer. In spätestens 2 Jahren sollte mein Debüt-Album erschienen sein, und dann würde ich gerne mal auf eine internationale Tour.

Reto: Ok, und zum Schluss noch eine Story aus dem Nähkästchen geplaudert: Was war der lustigste Moment, den Du beim Performen erlebt hast?

Rob: Da kommt mir eines meiner ersten Konzerte in New York in den Sinn. Es war grad Weihnachtszeit und ich hatte eine Weihnachtsmann-Mütze auf dem Kopf und bewarf das Publikum mit Schweizer Schokolade nach jedem Song – und die Zuschauer hatten jede Menge Spass!

Reto: Rob, thanks a lot – and keep up the good work! Hier der Song “Sitting on this chair”, und wer mehr will kann hier die CD kaufen!

Website: www.robholubmusic.com
MySpace: www.myspace.com/robholubmusic

Rob on the piano

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