Die Fallstricke auf dem Weg zur Greencard: Interview auf der amerikanischen Botschaft Teil 1

Machen wir eine Rückblende: Kaum hat das neue Jahr 2006 begonnen stehen auch schon weitreichende Entscheidungen ins Haus. Ich wurde am Montag, 9. Januar 2006 um 9 Uhr auf die amerikanische Botschaft zum „Immigration Interview“ bestellt.  Dieses Interview ist entscheidend, denn darauf basierend gibt es die Greencard (oder eben nicht).

In der Kälte klappern oder auf dem heißen Stuhl schmoren?

Ich war mir sicher, alle notwendigen Dokumente dabei zu haben und gut gerüstet zu sein. Um halb neun stehe ich also beladen mit allen möglichen Unterlagen bei eisiger Kälte vor der amerikanischen Botschaft - und sehe schon eine beachtliche Schlange an Leuten vor sich hinbibbern... Bevor ich mich aber in die Schlange stellte, meldete ich mich wie ausgeschildert bei dem Protectas Mann am Eingang.

Aha, ein Greencard Anwärter - kein Problem, ich könne gleich rein. Freundlich bat er mich meinen Rucksack, Handy, Sackmesser, Memory Chip usw. bei ihm abzugeben. Aber gerne, wenn ich nur rasch an die Wärme komme. Als Pfand erhielt ich eine Nummer und einen Papierfetzen, den ich drinnen am Schalter abgeben soll. Glück gehabt!

Sicherheit geht vor

Kaum die Eingangstüre passiert musste ich alle Taschen leeren, Gurt ausziehen und dann durch einen Metalldetektor marschieren. Klappte auch hervorragend. Wenn das so weitergeht, umso besser ;-)...  Kaum drinnen habe ich gemäß Anweisung den Papierfetzen am Schalter 6 in die Durchreiche gelegt. Der Schalter war noch nicht bedient, und so setzte ich mich zu den anderen Wartenden. Nach 15 Minuten wurde ich aufgerufen, mich beim Diensthabenden zu melden.

Die nette Dame mit asiatischem Einschlag prüfte meine Unterlagen und grapschte sich die benötigten Formulare raus. Dann erkundigte sich nach meinen finanziellen Möglichkeiten, und ich reichte ihr einige Kontoauszüge. Auf der Einladung war das nirgends vermerkt gewesen, und da war ich froh auf dem www.auswanderer-forum.com vorgängig einige Tipps gefunden zu haben. Sie fragte mich, wann ich denn das nächste Mal in die USA reisen würde. Der Hintergrund dabei: der Anspruch auf die Greencard verfällt nach einem Jahr, wenn man nicht einreist um diese zu „aktivieren“.

Das passt nicht ins Bild … und das Militär kommt ins Spiel

Ich war schon guter Dinge - doch das änderte sich, als sie mir mitteilte, dass die beigelegten und mitgebrachten Fotos nicht dem Standardformat entsprechen. Es gäbe aber in der Stadt Bern einen (genau, nur einen einzigen!) Automaten im Bahnhof Bern, wo man sich die benötigten Fotos in der Größe 5x5 cm machen lassen kann. Ok, mache ich sofort.

Dann kam der nächste Schreck: Ich hatte vom Militär nur mein Dienstbüchlein und Kopien davon. Das reiche leider nicht, da müsse ich eine Bescheinigung organisieren. Sie gab mir zwei Merkblätter und den ominösen Papierfetzen mit, und ich machte mich wieder aus dem Staub.

Da stand ich nun, nicht wie ein begossener Pudel, sondern voller Tatendrang. Ich war fest entschlossen, das Ganze heute abzuschließen und fuhr gleich zum Bahnhof, um die Fotos zu organisieren.

Doch genug für heute, wie es weiter geht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

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