Das Team von Donald Trump

Es sind nur noch weniger Tage bis der künftige Präsident der USA, Donald Trump, seinen Platz auf dem nächtigsten Stuhl der Welt einnimmt. Nun wird es langsam auch Zeit, sich einmal das Team anzuschauen, welches Donald Trump künftig als Minister und Berater zur Seite stehen wird. Und wie hätte es anders sein können, besteht die Mehrzahl seiner künftigen Kabinett Mitarbeiter aus weißen Männern. Ebenso neu ist auch die Tatsache, dass Donald Trump für viele Posten ehemalige Angestellte des Militärs einsetzen wird.

Die neuen Minister im Weißen Haus

Ob Energie, Umwelt, Außenpolitik, Innenpolitik oder Bildung, für jedes Amt braucht Donald Trump tatkräftige Unterstützung.

Der Justizminister – Jeff Sessions

Das Justizministerium ist unter Jeff Sessions in einer recht konservativen Hand. Es gibt viele Dinge, gegen die er eine eher ablehnende Haltung hat. Dazu gehören unter Anderem gleichgeschlechtliche Ehen, das Freihandelsabkommen und Abtreibung. Ein Befürworter ist er hingegen in Sachen Steuersenkungen, Irak-Krieg, Zäune an den Grenzen zu Mexiko und die Ausweisung von illegalen Migranten. Im Kongress ist er Teil der ultrakonservativen Fundamentalopposition und Anhänger der Methodisten. Darüber hinaus war er drei Jahre lang Offizier der US-Armee. Politische Erfahrungen hat Jeff Sessions als Senator von Alabama und war anfänglich auch für den Posten des Vizepräsidenten im Gespräch. Nun bekommt er den Posten des Justizministers. Als Jurist sammelte er bereits als Generalstaatsanwalt in Alabama Erfahrungen.

Die Bildungsministerin – Betsy DeVos

Auch Betsy Devos gehört zu den konservativen Menschen. Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie, ist Milliardärin und Philanthropin. Als neue Bildungsministerin soll sie eine weitreichende Reform der Bildungspolitik schaffen, wozu mehr Spielraum für die Eltern bei der Wahl der Schule für ihre Kinder gehört. Zudem soll durch Steuererleichterungen ein Anreiz geschaffen werden, dass Eltern ihre Kinder statt auf staatliche lieber auf private Schulen schicken sollen.

Der Gesundheitsminister – Tom Price

Obamacare ersetzen – das ist das Ziel des neuen Gesundheitsministers Tom Price. Seit 2005 ist der Republikaner Abgeordneter für den Bundesstaat Georgia im Repräsentantenhaus. Er ist Anhänger der Tea-Party-Bewegung und der Pro-Life-Anhänger, was ihn zum Gegner von Abtreibungen macht. Auch die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln könnte mit ihm als Gesundheitsminister ein Ende haben. Er wolle ein System, das für Patienten, Familien und Ärzte funktioniert, das weltweit führend bei der Heilung und Prävention von Krankheiten ist, und das auf sinnvollen Regeln basiert, um das Wohlergehen des Landes zu schützen. Neben jahrelanger politischer Erfahrung verfügt Price über ein Studium der Medizin und arbeitete lange Zeit als Orthopäde.

Der Verteidigungsminister – James Mattis

James Mattis wurde zum Verteidigungsminister nominiert. Anders als die Amtsinhaber vorher brauchte Trump für diese Nominierung jedoch eine Ausnahmegenehmigung vom Senat, da Mattis jahrelang General in der Armee war. Diese müssen jedoch sieben Jahre im Ruhestand sein, bevor sie ein politisches Amt übernehmen können. Mattis Marine Karriere endete aber erst 2013. Von 2010 bis 2013 war er Chef des US-Zentralkommandos, Kriegserfahrung sammelte er als Kommandeur im Irak und in Afghanistan. Der 66-Jährige, ist nicht verheiratet und verfügt über mangelnde politische Erfahrung.

Der Finanzminister – Steven Mnuchin

Als Finanzminister soll Mnuchin ein Jahresbudget von mehr als einer Billion Dollar verwalten. In den neunziger Jahren verdiente Mnuchin an der Wall Street ein Vermögen, nun wird er mit seinem neuen Posten auch Oberaufseher der Banken. Nach 17 Jahren bei der Investmentbank Goldman Sachs gründete Mnuchin 2002 die Produktionsfirma Dune Capital und finanzierte Hollywoodfilme. Als Ziele nannte Mnuchin den Unternehmenssteuersatz auf 15 Prozent zu senken. Eine große Steuerkürzung für Bürger mit mittlerem Einkommen und eine Vereinfachung der Steuern.

Der Wirtschaftsminister – Wilbur Ross

Wilbur Ross war unter Bill Clinton im Vorstand des U.S. Russia Investment Fund und er beriet Rudy Giuliani in dessen Zeit als Bürgermeister von New York in Privatisierungsfragen. Ross hat nach Yale- und Harvard-Abschlüssen seine Karriere im Finanzsektor gemacht. Bei der Investmentbank Rothschild war er Spezialist für Konkurse, leitete einen Private Equity Fonds und gründete er die Private-Equity-Gesellschaft WL Ross. Später verkaufte er die Firma weiter, fungiert aber noch als Chefstratege.

Der Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung – Ben Carson

Anfang Dezember wurde Carson als Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung nominiert. Dabei hatte eher das Gesundheitsministerium nahegelegen. Er war jahrelang als Neurochirurg tätig und wurde mit 33 Jahren zum jüngsten Chefchirurgen des international renommierten Johns-Hopkins-Universitätsklinikums in Baltimore. Darüber hinaus ist er auch ein Gegner von Obamacare.

Der Heimatschutzminister – John Kelly

Auch das Heimatschutzministerium soll in die Hände eines Ex-Militärs gehen. Der pensionierte Vier-Sterne-General John Kelly hatte zuletzt die Aufsicht über das Gefangenenlager Guantánamo und leitete das US-Generalkommando Süd, das Lateinamerika umfasst. Kelly war drei Mal im Irak und ist der ranghöchste US-Offizier, der selbst ein Kind im Einsatz verloren hat. Sein Sohn wurde 2010 in Helmand getötet. Das Heimatschutzministerium ist die jüngste US-Bundesbehörde, aber mit 240.000 Mitarbeitern die drittgrößte.

Der Arbeitsminister – Andrew F. Puzder

Andrew F. Puzder soll neuer Arbeitsminister werden. Puzder ist Unternehmer. Sein Unternehmen mit dem Namen CKE hat etwa 75.000 Beschäftigte in den USA und etwa 100.000 in 40 Ländern weltweit. Puzder wäre damit der wohl unerfahrenste Arbeitsminister seit den 1980er Jahren. Dies könnte man aber auch als Kampfansage an die Gewerkschaften verstehen.

Der Außenminister – Rex Tillerson

Er kennt Wladimir Putin seit mehr als 20 Jahren, 2013 ehrte der Kreml ihn mit dem "Orden der Freundschaft". Rex Tillerson ist Präsident des Mineralölkonzerns ExxonMobil und Russland-Freund, und soll nun der neue Außenminister der USA werden. Diplomatische Erfahrung hat er keine, jedoch bringt es die Arbeit im Ölkonzern mit sich, dass er nicht nur zu Putin gute Kontakte hat. Als Chefdiplomat würde Tillerson auch über Sanktionen gegen Russland entscheiden. Weitere große Ziele wären der Syrien Krieg, der Aufstieg Chinas und die Bedrohung durch Nordkorea.

Der Energieminister – Rick Perry

Rick Perry soll neuer Leiter des Energieministeriums werden. Der 66-jährige gilt als konservativ und war von 2000 bis 2015 Gouverneur von Texas. Er machte sich einen Namen als Unterstützer der Ölindustrie und äußerte Zweifel am Klimawandel. Das große Ziel des neuen Energieministers soll die Unabhängigkeit der USA von der Energie anderer Länder sein. Perry trat nach seinem Studium der Zoologie den US-Streitkräften als Pilot bei. Später arbeitete er in dem Agrar-Unternehmen seines Vaters.

Der Innenminister – Ryan Zinke

Das Innenressort hat in den USA die Kontrolle über ein Fünftel der öffentlichen Flächen, darunter auch Nationalparks. Diese und andere Aufgaben soll nun der 55 Jahre alte ehemalige Marineinfanterie-Kommandeur Ryan Zinke übernehmen. Dieser sitzt seit 2015 für den Bundesstaat Montana im US-Repräsentantenhaus. Zinke studiere an der Universität Oregon Geologie. Von 1986 bis 2008 war Zinke beim Militär als Navy Seal im Einsatz.

Die Verkehrsministerin – Elaine Chiao

Für Donald Trump hat der Aus- und Umbau der Infrastruktur höchste Priorität. Elaine Chao könnte ihm hier mit Expertise und guten Kontakten in Washington helfen. Chao bringt politische Erfahrung als Arbeitsministerin mit. In Taiwan geboren zog Chao mit acht Jahren in die USA und studierte später Ökonomie und besuchte diverse Universitäten, darunter die Harvard Business School. Heute lebt sie in Washington und ist verheiratet.

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